Hannovers Markus Miller geht den Weg ins Leben

Eine Nachricht die schockt, wachrüttelt aber ebenso Hoffnungen weckt. Der 2. Torhüter von Hannover 96, Markus Miller leidet an einem mentalen Erschöpfungssyndrom. Parallelen zum Suizid Robert Enkes werden wach, doch anders als der ehemalige Nationaltorhüter geht Miller den offensiveren Weg. Einen Weg zurück ins Leben – bemerkenswert…

 

 

Markus Miller, Torhüter von Hannover 96, leidet an einem mentalen Erschöpfungssyndrom. Einem schleichenden Burnout. Alles neuartige Worte für das eigentliche Tabuwort – Depression. Der Torwart von Hannover 96 leidet an Depressionen.Punkt. Das der Torhüter und Mensch Markus Miller nun geradlinig damit an die Öffentlichkeit geht ist der absolut richtige Weg. Ihm gebührt dafür das höchstmögliche Maß an Respekt und Anerkennung.

 

„Dieser Schritt ist ein großes Zeichen von Mut. Er hat in einem Klub, der ein furchtbares Erlebnis mit einem persönlichen Schicksal durchgemacht hat, bewusst den Gang an die Öffentlichkeit gewählt und klare Fakten geschaffen. Sein Entschluss verdient allerhöchsten Respekt.“ – 96-Chef Martin Kind

 

„Wir stärken und schützen Markus Miller, weil er sich mit aller Offenheit seinen psychischen Schwierigkeiten stellt, die unverändert in unserer Gesellschaft als Tabu-Thema behandelt werden. Oberste Priorität hat für uns alle, dass Markus Miller von seinen Ärzten erfolgreich behandelt werden kann.“ – Manager Jörg Schmadke

 

Diese Aussagen zeigen das auch Millers Arbeitgeber, Hannover 96, nicht zuletzt durch den Suizid Robert Enkes 2009 sowie dem Mitwirken der „Robert-Enke-Stiftung“ professionell mit dem Thema Depressionen umgeht. Die öffentlichen Stellungnahmen der „96er“ und das „Schützen“ ihres Torhüters – absolut vorbildlich, vor allem aber menschlich.

 

Auch die nach dem Tod Robert Enkes gegründete „Robert-Enke-Stiftung“ meldete sich bereits zu Wort und ist mehr als angetan von Millers Handeln sowie dessen Entschluss. Desweiteren bringt die Stiftung zum Ausdruck in ihrer Form auch als vermittelnder Ansprechpartner für Betroffene zur Verfügung zu stehen – natürlich streng vertraulich.

 

Hannovers Torhüter hat sich zurück gezogen, Hilfe gesucht und sich in eine stationäre Therapie begeben – eine Maßnahme die ihm wohl das Leben rettet und ihm ein neues Leben nach der Krankheit ermöglichen wird. Fortan steht die Gesundung des verheirateten Familienvaters sowie seine Privatsphäre im Vordergrund. Interviews oder ähnliches zu diesem Thema wird man daher in naher Zukunft weder von ihm, seiner Familie oder seinen Mitspielern hören. Markus Miller ist bereits seit geraumer Zeit bei Martin Braun, einem ambulanten Psychologen, in psychotherapeutischer Behandlung und hat mit ihm zusammen bereits positive Therapieansätze gefunden. Eine davon ist eine mehrwöchige stationäre Therapie, die nun beginnt.

 

„Seit meiner Profizeit als Torhüter arbeite ich mit Hochdruck daran, engagiert und immer mit vollem Einsatz, meine Leistungen auszubauen, zu optimieren und auf höchstem Niveau zu halten, um sie in den Dienst der Mannschaft und des Klubs zu stellen. Seit einiger Zeit habe ich immer seltener das Gefühl, dass ich der Mannschaft wirklich helfe oder etwas Wesentliches bewirke. Dabei erlebte ich zunehmenden, großen inneren Druck und Anspannungen, die mich begannen zu blockieren.“

 

„Ich arbeite gemeinsam mit Martin Braun bereits erfolgreich an Lösungen. Um blockierende Ursachen und Symptome noch nachhaltiger bearbeiten zu können, als das ambulant möglich ist, habe ich mich in enger Absprache mit meinem Therapeuten dazu entschlossen, stationär an mir zu arbeiten“ – Markus Miller im Wortlaut

 

Markus Miller – ihm gebührt Respekt, Anerkennung und alles nur erdenklich Gute. Möge er zur Ruhe kommen, zu sich finden, gesund zurück in die Bundesliga zurückkehren oder einen neuen Lebensweg finden…

 

An dieser Stelle möchten wir noch einmal auf die Aktion „Borussias Tore gegen Krebs und Depressionen“ aufmerksam machen. Die aktuellen Ereignisse zeigen das bereits viel erreicht wurde, aber noch ein vielfaches mehr getan  und Aufklärungsarbeit geleistet werden werden muss…

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veröffentlicht von Björn Brodermanns am 05. September
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