Max Eberl hat vieles richtig gemacht

Viel wurde in den vergangenen Monaten geschrieben über die Borussia. Nicht immer so positiv wie im Moment. Eine Person stand lange Zeit gar im Kreuzfeuer der Kritik – Sportdirektor Max Eberl. Doch auch über ihn gibt es durchaus positives zu berichten…

 

 

Nicht alles was Max Eberl in seiner Zeit als Sportdirektor der Borussia anpackte war gut. Der ehemalige Rechtsverteidiger des VFL hat Fehler gemacht und Lehrgeld bezahlt. Die Wende zum positiven gelang ihm ausgerechnet an dem Punkt, als sein „Kopf“ gefordert wurde und die Mannschaft mausetot war. Die Wende nahm seinen Lauf ausgerechnet zum Zeitpunkt seines wohl größten Fehlers.

 

 

Eberls Wende zum Guten nach seinem größten Fehler

 

 

Der Sportdirektor war es, der vehement am „Unerfolgstrainer“ Frontzeck festhielt. Ob der sportlichen Situation und dem Auftreten der Mannschaft ein Unding – aus heutiger Sicht gar noch weniger nachzuvollziehen als damals. Max Eberl, dessen Kopf nach eigener Aussage mit dem Frontzecks verbunden war, hielt genau diesen oben. Eberl der Kämpfer. Eberl der Wadenbeißer. Da war er wieder. Der Sportdirektor blieb in der prekären Situation an Bord und entschied sich trotz aller Gegenwinde für die beste Personalie Borussias seit Jahrzehnten – Lucien Favre.

 

Wenige Wochen zuvor verpflichtete Borussias ehemaliger Jugendkoordinator schon wichtige Stützen für das Wunder Klassenerhalt – mit Martin Stranzl, Havard Nordtveit sowie Mike Hanke lotste er trotz der schlechten sportlichen Perspektive Spieler an den Niederrhein, die der Mannschaft von Anfang an weiterhalfen und heute Leistungsträger der 11 vom Niederrhein sind. Transfers eines Marco Reus, oder damaligen „Jugendtransfers“ wie die eines Marko Marin müssen an dieser Stelle nicht mehr erwähnt werden.

 

 

Der Sommer nach dem Wunder

 

 

Auch in diesem Sommer hat Gladbachs junger Sportdirektor vieles bis alles richtig gemacht. Hoch talentierte, junge Spieler haben den Weg in den Borussia-Park gefunden und tragen zur augenscheinlich hervorragenden Mischung des Kaders bei – positive Ausreißer à la Marco Reus nicht ausgeschlossen. Noch viel wichtiger: Die von Coach Favre „aussortierten“ Profis Levels, Bradley sowie Idrissou wurden rechtzeitig zum Ende des Transferfensters abgegeben.

 

Über die Vorgehensweise und Höhe der daraus resultierenden Transfererlöse lässt sich mit Sicherheit streiten, aber kolportierte 1 Millionen Euro für Mo Idrissou, eine Kaufoption für den verliehenen Tobias Levels in Höhe von 500.000 € sowie 1,3 -2 Millionen Euro für Michael Bradley sind für die gegebene Situation mehr als ordentlich. Am letzten Tag des Transferfensters regiert das System „Angebot und Nachfrage“ den Markt mehr als ohnehin schon. Max Eberl konnte es nur darum gehen den schon entstandenen finanziellen Schaden im Rahmen zu halten, Gehälter einzusparen und potenzielle Unruheherde los zu werden. Für einen 24-jährigen US-Nationalspieler der in der Winterpause sein Team im Stich lässt, den Verein wechselt und in 9 Monaten nichtmal eine Hand voll Pflichtspiele absolviert hat, gibt es branchenüblich keine 4 Millionen mehr – erstrecht nicht im Fall eines auslaufenden Vertrags.

 

Weshalb Borussia nicht noch einmal kurzfristig das Geld in einen neuen Spieler investiert hat? Anscheinend gab der Markt, insbesondere für das zentrale Mittelfeld, keine besseren Spieler her als die, die dem VFL ohnehin zur Verfügung stehen.  Der immer wieder ins Spiel gebrachte Semir Stilic hatte unlängst verlauten lassen mindestens noch bis zum Winter für seinen Club Lech Poznan spielen zu wollen. Favres vermeintlicher Wunschspieler aus Wolfsburg, Tolga Cigerci, bekam von Felix Magath trotz des Hleb-Transfers keine Freigabe. Vielleicht passiert dahingehend im Winter etwas – finanzielle Mittel dürften dann vorhanden sein.

 

Nun heißt es abwarten und der Mannschaft Zeit zur Entwicklung zu geben – das sie in der Lage ist Fußball zu spielen hat sie bereits mehr als nur angedeutet. Lucien Favre und Max Eberl scheinen jedenfalls den richtigen Riecher zu haben…

 

 

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veröffentlicht von Björn Brodermanns am 31. August
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