Michael Bradley hat sich nicht weiterentwickelt

Michael Bradley – geht er oder bleibt er der Borussia noch eine weitere Spielzeit erhalten? Aus finanzieller Sicht sollte man ihn sofort abgeben, denn der Vertrag des US-Nationalspielers läuft im kommenden Sommer aus. Doch welcher Verein ist bereit eine im Raum stehende Ablösesumme von 4 – 4,5 Millionen zu zahlen? Interessenten scheint es zu geben und das obwohl Bradley in seiner Entwicklung seit Jahren stehengeblieben ist…

 

 

Der FC Bologna gilt derzeit als der größte Interessent Michael Bradleys. Bologna beendete die vergangene Saison in der Serie A auf dem 16. Tabellenplatz – eine Durchschnittsmannschaft. Wenn überhaupt. Viel eher trifft für deutsche Verhältnisse die Bezeichnung „zweitklassig“ zu. Ein Verein der zu Michael Bradley passt, denn bis auf seine glänzenden Auftritte im US-Nationaltrikot bietet er seit Jahren lediglich an „Zweitliganiveau“ grenzenden Fußball. Eine Weiterentwicklung des US-Boys – nicht vorhanden.

 

 

Ein Rückblick: Im Januar 2006 wechselte der damals 18-jährige in die niederländische Eredivisie zum SC Heerenveen. Die Eredivisie – bis auf wenige Ausnahmen als allenfalls zweitklassige Liga zu bezeichnen. Hier machte Bradley seine ersten Schritte im europäischen Fußball, absolvierte 63 Spiele in denen er 8 Tore vorbereitete und 17 mal selbst ins Netz traf. Für einen so jungen Spieler keine schlechte Bilanz.

 

Borussia Mönchengladbach wurde auf den jungen Mittelfeldspieler aufmerksam und verpflichtete ihn im Sommer 2008 für 2,5 Millionen Euro. Eine stolze Summe. Für Bradley war es der logische Schritt in einer verheißungsvollen Karriere. Von der Eredivisie in die Bundesliga zu einem ambitionierten Traditionsverein – ein klarer Fortschritt. Auf dem Papier. Sportlich gesehen zeigte der US-Nationalspieler keine konstante Weiterentwicklung. Mit der Borussia aus Mönchengladbach spielte er ständig auf schwachem Niveau, im unteren Tabellendrittel und meist gegen den Abstieg. Dem Niveau der Bundesliga konnte er selten konstant gerecht werden – hohe Fehlpassquote und eine noch höhere Quote von Fehlern im defensiven Mittelfeld die zu Gegentoren führten.

 

In der Nationalmannschaft spielt Bradley indes eine wesentlich bessere Rolle. Leitungsträger, Führungsspieler, Antreiber und torgefährlicher sowie zweikampfstarker Mittelfeldspieler. Legt Bradley im US-Team eine andere Motivation an den Tag? Liegt es daran das sein „Dad“ Trainer des Nationalteams ist, oder einfach daran das der noch Mönchengladbacher dort völlig anders eingesetzt wird? Für sein Land spielt Bradley, nicht wie in Mönchengladbach, einen klassischen „6er“ sondern einen weitaus offensiveren Part als „8er“ oder gar als verkappter Spielmacher, einem verkappten „10er“.

 

Im vergangenen Winter äußerte Bradley den Wunsch die Borussia zu verlassen. Mitten im Abstiegskampf. Bradley ein Kollegenschwein? Söldner? Verpisser? Die Flucht Bradley wird in erster Linie mit der Personalie Michael Frontzeck begründet sein, der damals Trainer des VFL war und dem zum Ende ein schlechtes Verhältnis Bradley gegenüber nachgesagt wurde. Dennoch: Verlässt man „sein“ Team in einer solch prekären Situation? Die Sache lässt jedenfalls Rückschlüsse auf Bradleys charakterliche Eigenschaften schließen…

 

Gladbachs Sportdirektor Max Eberl entschied sich in der kurzen Winterpause 2010/2011 für das Kollektiv und ließ den abwanderungswilligen Amerikaner ziehen. Eine „Leihe“ inklusive Kaufoption zum Premier League Club Aston Villa – ein Club aus dem Mittelfeld der Liga. Ein weiterer Fortschritt Bradleys trotz der ausbleibenden persönlichen Weiterentwicklung? Mitnichten. Auf lediglich 103 Spielminuten brachte es der „Warrior“ in seiner Zeit auf der Insel. Klar verzockt oder einfach nicht zu mehr berufen?

 

Nun ist Bradley wieder bei Borussia. Der Club von der Insel hat die Kaufoption nicht gezogen. Warum auch? Seit 2008 hat es der gewiss talentierte US-Amerikaner nicht geschafft sich sportlich und vor allem fußballerisch weiter zu entwickeln – außerhalb des US-Naionalteams. Doch was will er bei Borussia? Seine Kollegen hat er in schwierigster Situation im Stich gelassen, als „Ratte“ das vermeintlich sinkende Schiff verlassen. Seine Kollegen haben die „Sensation Klassenerhalt“ auch ohne ihn mit Bravour erreicht – was soll Bradley also in Mönchengladbach?

 

Sportdirektor Max Eberl sollte, wenn er denn ein ambitionierter Sportdirektor sein will, dafür sorgen einen Abnehmer für Bradley zu finden. Die kolportierten 4 – 4,5 Millionen wird ihm keiner zahlen, dazu fehlt dem US-Boy einfach die sportliche Weiterentwicklung und konstant gute Leistungen in den letzten Jahren. Die Devise kann nur heißen: Bradley als „SSV-Schnäppchen verscherbeln“ um einen Störfaktor zu beseitigen und zumindest einen Teil Ablöse zu kassieren, bevor er im kommenden Sommer völlig umsonst Goodbye Borussia sagt. Für die, wenn auch deutlich geringere Ablöse, könnte der VFL nochmal selbst auf dem Transfermarkt aktiv werden, bevor der Ligabetrieb Anfang/Mitte August  startet.

 

 

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veröffentlicht von Björn Brodermanns am 13. Juli
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