Noch eine Chance für de Camargo? Borussia gegen Freiburg: Geduld gefragt

Der SC Freiburg ist am kommenden Samstag um 15.30 Uhr zu Gast im Borussia-Park. Der Tabellendritte empfängt den Vorletzten. Und dennoch ist diese Partie lediglich auf dem Papier eine leichte für die „Fohlen“. Wer als Zuschauer mit der Hoffnung auf ein Fußballschmankerl ins Stadion reist, sollte sich die Anreise möglicherweise sparen …

Nein, ein Fußballfest mit Hang zum fußballerischen Perfektionismus wird es am kommenden Samstag kaum geben. Wer die Spiele gegen Schalke 04 oder den FC Bayern live im Stadion verfolgt hat, auf den werden gegen die Breisgauer harte 90 Minuten Fußball und viel Geduld zu kommen. Ebenso auf die Mannschaft von Erfolgstrainer Lucien Favre.

Christian Streichs Freiburger kämpfen im Borussia-Park bereits ums nackte Überleben und werden alles daran setzen, mindestens einen Punkt nach Hause zu entführen. Auf die Elf vom Niederrhein dürfte daher ein bissiger sowie galliger Gegner warten, der zunächst auf eine stabile Defensive bedacht sein wird – ein Spiel das den Gladbachern wenig liegt.

Gladbach diktiert nicht gerne das Spiel

Favres Mannen tun sich immer dann besonders schwer, wenn sich der Gegner beinahe ausschließlich mit der Verteidigung beschäftigt und sie das Spiel selbst kreieren muss. Als Problemstelle gilt dabei das eigene zentrale Mittelfeld. 0 Tore, 0 Torvorlagen – Gladbachs Mittelfeldzentrale in Person von Havard Nordtveit sowie Roman Neustädter verbreiten beim Gegner nicht gerade Angst und Schrecken. Lediglich mit dem Zustellen von Räumen und Unmengen von gelaufenen Kilometern können beide Protagonisten zeitweise glänzen.

Borussias Stilmittel gegen den Sportclub aus Freiburg kann daher also nur der strikte sowie vor allem blitzschnelle  Weg über die Außenpositionen sein. Und genau darin könnte zeitgleich der Knackpunkt liegen. Das Spiel über die Außen lahmt seit Wochen. Genau genommen seit dem Ausfall von Patrick Herrmann, der bis zu seiner Verletzung genau dieses Spiel über Außen beinahe perfekt umgesetzt hat.

Im Grunde genommen begann Gladbachs mit Abstand stärkste Phase der Saison erst mit der Hereinnahme Herrmanns und der damit verbundenen Positionierung von Marco Reus in die Spitze. Die Stärken des Nationalspielers bleiben auf der rechten Außenbahn teilweise derart auf der Strecke, dass der Mannschaft so gleich zwei Überraschungsmomente genommen werden.

Gibt Favre dem Belgier de Camargo eine weitere Chance?

Bekommt Igor de Camargo aufgrund fehlender Alternativen noch eine Chance? (Foto: jdp-fotos.com)

Als eine zusätzliche Schwächung der Offensive stellt sich derzeit Igor de Camargo dar. Der Belgier verlangsamt das Spiel, wirkt auf seine Nebenleute teilweise hemmend und sticht geradezu als Fremdkörper heraus.  Kaum Anbindung ans Spielsystem, keine Präzision in den Aktionen und „null“ Torgefahr – ein Wechsel der Startformation scheint unausweichlich.

Lucien Favre wird sich bis zum Spieltag jedenfalls genau überlegen, ob er de Camargo noch einmal die Chance von Beginn an geben wird. Echte Alternativen, die der Schweizer für erfolgversprechend hält, bieten sich ihm augenscheinlich nicht. Lediglich der wieder genesene Alexander Ring könnte gegen den SC Freiburg in die Startformation rutschen und die rechte Außenbahn bekleiden. Eine Aussage Favres aus der Vorwoche „Er (Ring) braucht noch Zeit“ spricht aber eher dafür, das de Camargo erneut die Chance erhält,  sich an vorderster Front zu beweisen.

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veröffentlicht von Björn Brodermanns am 08. März
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