„Oben“ festgesetzt – läutet der VFL einen goldenen Herbst ein?

Zum ersten Mal in dieser Saison konnte Borussia Mönchengladbach vor einer Länderspielpause dreifach punkten. Der Sieg in Berlin war bei genauerer Betrachtung mehr wert, als ein „normaler“ Sieg. Die Art und Weise wie dieser Sieg zustande kam und die positiven „Folgen“ auf dem Tabellenbild  – diese Attribute haben für den VFL einen nicht unbeträchtlichen Mehrwert…

Der Sieg in Berlin, der erste seit 2002. Es war das im Vorfeld angekündigte, dreckige Geduldspiel. Das der VFL trotz Rückstands und einer eher mauen Leistung die 3 Punkte aus der Hauptstadt entführen konnte, ist der Stabilität der Mannschaft, ihrem unbedingten Siegeswillen und Marco Reus zu verdanken.

Marco Reus. Immer wieder Marco Reus. So langsam aber sicher bekommt man bei der Betrachtung seines Spiels Angst. Wo will dieser Reus noch hin? Seine Entwicklung ist phantastisch. Traf man mit der Bezeichnung „Messi vom Niederrhein“ bislang noch eher den falschen Ton, kommt man an diesen Vergleich mittlerweile nicht mehr vorbei. Er ist das kreative  Überraschungsmoment, das Glanzlicht und plötzlich auch die Effektivität im Spiel der Borussia.

Es war nicht einmal sein bester Auftritt im Dress des VFL – „nur“ 3 Torschüsse und knapp 60 % verlorene Zweikämpfe. Dennoch macht er den effektiven Unterschied aus in dem er 2 mal ins Netz traf und seine Mitspieler mit 86 % angekommenen Pässen zum Mitspielen animierte. Berlin war wie erwartet kein typischer Aufsteiger – es war beinahe ein Spiel auf Augenhöhe. Ein Spiel das der VFL gleichermaßen dreckig wie verdient gewann und dessen 3 Punkte die Jungs von Trainer Lucien Favre in eine noch wahnsinnigere Ausgangsposition bringt.

 

Der Start in einen goldenen Herbst?

 

Platz 4, 23 Punkte auf der Habenseite und Bremen, Köln, Dortmund, Augsburg und Mainz heißen die Gegner bis Weihnachten. Eine machbare Konstellation, besonders bei 3 zu bestreitenden Heimspielen. Man müsste eine längst verstorbene Krake sein um vorauszusagen mit wie vielen Punkten die Elf vom Niederrhein in die Winterpause geht, dennoch ist eine realistische Einschätzung möglich.

 

 Borussia´s und Lucien Favre´s „Oben“ geht weiter – Foto: Nach dem Spiel, Titelbild: jdp-fotos.de

10 Punkte sind mehr als realistisch gerechnet – inklusive Worstcase-Szenarien wie eine erste Heimschlappe gegen Dortmund und Punkteteilungen, die man bislang nicht so wirklich auf dem Zettel hat. 10 Punkte würde am Ende 33 (!!!) Punkte bedeuten. Niemand müsste mehr an den Untergang Eintracht Frankfurts aus der Vergangenheit denken – ein Sieg und man hätte das Ziel Klassenerhalt erreicht. Klappe zu und neue Ziele setzen. Wer hätte das zu Beginn der Saison für möglich gehalten?

Mit „nur“ noch 5 ordentlichen Auftritten könnte die Borussia ihre bislang stabile Spielzeit und den Herbst nicht nur krönen, sondern vergolden. Angst das dabei weniger Punkte herausspringen als weiter oben „orakelt“ muss man nicht sonderlich haben. Selbst wenn: Es wäre kein Beinbruch, denn der VFL steht glänzend da, hat nach der Länderspielpause eine hervorragende Ausgangslage und kann völlig befreit aufspielen.

Bleibt zu hoffen das Marco Reus verletzungsfrei von den Länderspielen zurückkehrt – ansonsten müsste man nochmal neu rechnen…

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veröffentlicht von Björn Brodermanns am 07. November
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