Ohne Daems, Arango und de Jong: Lucien Favre setzt auf knallharte Rotation

Borussias Trainer Lucien Favre hatte bereits in der jüngeren Vergangenheit angekündigt im Zuge der Europa League rotieren zu wollen. Verständlich, denn alleine bis Weihnachten warten auf die Elf vom Niederrhein 12 englische Wochen. Am Donnerstag beginnt für den VfL beim AEL Limassol die Herausforderung Europa. Bei der Benennung des Kaders sorgt Lucien Favre nun trotz Rotationsankündigung für eine große Überraschung und einiges Kopfschütteln.

Favre verzichtet auf Trio

Filip Daems, Juan Arango und Luuk de Jong – Kapitän, uneingeschränkte Stammkraft und ein hochkarätiger Neuzugang. Der Schweizer Coach verzichtet gegen die Zyprioten auf dieses Trio und strich alle drei kurzerhand aus dem Kader. „Wir müssen bei diesem Rhythmus, den wir haben, die Belastung verteilen. Wir können nicht mit zwölf bis 13 Spielern durch die Saison gehen“, sagte Favre zu seiner für ihn doch eher ungewöhnlichen Entscheidung.

So wird es gegen den zyprischen Meister zu einigen Änderungen in der Startformation kommen. Für den etatmäßigen Kapitän Daems dürfte Oscar Wendt eine Chance erhalten sich weiter aufzudrängen. Neuzugang und bislang unangetasteter Stürmer Nummer eins – Luuk de Jong – könnte durch Mike Hanke oder Igor de Camargo ersetzt werden, die beide einen anderen Anspruch haben dürften als ständig nur den Ersatzmann von der Bank spielen zu dürfen. Einzig die Besetzung der linken Offensivposition lässt noch einige Fragezeichen offen.

Mutig oder arrogant?

Wer ersetzt den bislang so glänzend aufgelegten Juan Arango? Mit Peniel Mlapa, Branimir Hrgota und Alexander Ring könnten gleich drei Akteure auf dieser Position agieren. Die wahrscheinlichste Variante: Patrick Herrmann und Alex Ring rochieren ständig und mit viel Geschwindigkeit auf beiden Außenpositionen.

Erfolgstrainer Lucien Favre lässt auf Zypern rotieren und nutzt das Auftaktmatch der Europa League für weitere Testzwecke. Der Nutzen dieser Maßnahme erschließt sich nicht auf Anhieb. Eine Mannschaft auseinanderzureißen, bei der vieles noch Stückwerk ist und die auf dem Platz händeringend nach der Feinabstimmung sucht, ist nicht unbedingt förderlich. Einzig der straffe Terminplan (Donnerstag in Nikosia gegen Limassol, Sonntag in Leverkusen und bereits am nächsten Mittwoch gegen den HSV) verleiht der Sache einen nachhaltigen Sinn.

Für die Borussia bleibt zu hoffen, das die Entscheidung auf gleich drei wertvolle Kräfte zu verzichten, nicht nach hinten los geht. Bei einem negativen Ausgang hätte sich Lucien Favre vor den kommenden komplizierten Aufgaben höchstselbst eine Angriffsfläche geschaffen.

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veröffentlicht von Björn Brodermanns am 19. September
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