Ohne Schönheitspreis das Maximum erreicht

Borussia Mönchengladbach hat die zweite Runde des DFB-Pokals erreicht. Gegen Jahn Regensburg konnte der VFL einen 3:1 Auswärtssieg einfahren und der zu keiner Zeit gefährdet war. Einen Schönheitspreis gewannen die Mannen von Lucien Favre nicht – den gab es im städtischen Jahnstadion in Regensburg allerdings auch nicht zu gewinnen…

 

 

Drittligist gegen Erstligist. David gegen Goliath. Der Rasen – nicht bundesligareif, strömender Regen. Einen Schönheitspreis gibt es bei solchen Konstellationen für den Bundesligisten selten zu gewinnen. An solchen Pokalabenden gilt es Kampf,Leidenschaft und Durchsetzungsvermögen an den Tag zu legen, will man nicht schon in der ersten Runde die Segel streichen. Was zählt ist das Weiterkommen.

 

Die Elf vom Niederrhein gewann an diesem Abend keinen Schönheitspreis, dafür aber das Spiel. Mit 3:1 konnte man den Underdog bezwingen, ohne zu glänzen, aber auch ohne wirklich in Gefahr zu geraten. Nach dem frühen 1:0 durch Martin Stranzl (14. Minute), dass dem VFL in die Karten spielte, machte man genau das Richtige – schnell ein 2:0 nachlegen um früh für klare Verhältnisse und starke Nerven zu sorgen. Marco Reus erzielte nach gutem Zusammenspiel und feinem Solo das sehenswerte 2:0  – schon in der 23. Spielminute.

 

Wer nun von einem Schützenfest des VFL ausging sah sich getäuscht. Tobias Schweinsteiger, Bruder des Bayernstars Bastian Schweinsteiger, konnte für den Jahn per Elfmeter wieder den Anschluss herstellen (30.). Dem vorangegangen: Eine sich im Tiefschlaf befindliche Abwehr und ein Patzer Marc-André ter Stegens. Der junge Keeper wollte wie so oft den herannahenden Gegenspieler ablaufen, verschätzte sich aber und kam zu spät. Klarer Elfmeter. In der Folgezeit kamen die Regensburger immer besser ins Spiel, ohne das Tor des VFL wirklich in Bedrängnis zu bringen. Sehenswert: Das 3:1 durch Igor de Camrgo durch einen gefühlvollen und vor allem so gewollten Heber.

 

Auffällig im Spiel der Borussia: Im Mittelfeld fehlt noch die nötige Abstimmung und Sicherheit. Die beiden „6er“ Nordtveit/Neustädter, von denen Neustädter den offensiveren Part spielt, liefen einige Male völlig indisponiert durch ihr „Territorium“. Das Ergebnis: Ein großes „Loch“ und freie Räume zwischen Abwehr und Mittelfeld. In der Bundesliga kann genau das tödlich sein, wenn dadurch Pässe vom Gegner in die Nahtstelle gespielt werden. Ob dies noch fehlender Abstimmung geschuldet oder gar bereits angesprochene fehlende Qualität ist, werden die kommenden Aufgaben zeigen. Besonders Roman Neustädter zeigte sich einige Male höchst unsicher und unkonzentriert im Abspiel.

 

Mund abwischen und weiter – die Borussia hat einen soliden Pflichtspielauftakt hingelegt. Mehr konnte und durfte man nicht erwarten. Gegen den FC Bayern muss selbstverständlich eine Steigerung her, will man dort wirklich bestehen. Sieht man jedoch den Vergleich mit den bisherigen Pokalpartien der Bundesligisten, kann man unter diese Aufgabe beruhigt einen Haken setzen.

 

Mehr zu den Spielerleistungen in Regensburg gibt es ein wenig später in den Einzelkritiken.

 

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veröffentlicht von Björn Brodermanns am 30. Juli
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