Raul Bobadilla der Fremdkörper

An der verdienten Niederlage in Augsburg trifft ihn keine Schuld. Die Mannschaft enttäuschte beinahe in Gänze und verlor als Mannschaft. Ein Team gewinnt zusammen und verliert auch gemeinsam – ein ungeschriebenes Gesetz im Fußball. Dennoch fiel er als Fremdkörper auf, jenem Fremdkörper den er für Fußballkenner bereits seit seinem Wechsel zur Borussia, im Sommer 2009, darstellt…

Raul Bobadilla hat unverhofft, aufgrund der Verletztenmisere in der Offensive, seine Chance bekommen. Konnte er gegen den BVB noch mit einem Assist und einem Kämpferherz ein wenig über seine „System-Isolation“ hinwegtäuschen, zeigte er beim Gastspiel in Augsburg sein wahres Gesicht – jenes Gesicht, das er seit 2009 nicht wesentlich verändern konnte.

Gegen die Schwaben hatte man das Gefühl eine Mannschaft zu sehen, eine zugegeben nicht gerade stark aufspielende Mannschaft plus einem Einzelkämpfer an vorderster Front. Wenn Bobadilla den Ball hatte, suchte er augenblicklich den Kontakt zum Gegenspieler. Der Argentinier lief in den Gegner rein, anstatt zu versuchen an ihm vorbei zu kommen oder gar mit schnellem Kombinationsspiel den eigenen Mitspieler zu suchen.

Was im ersten Drittel noch mit einigen an ihm geahndeten vermeintlichen Fouls „belohnt“ wurde, flog spätestens nach dem 5. Mal auf. Raul Bobadilla – plump in den Gegenspieler. Viel mehr, abgesehen von überhasteten und teils egoistisch anmutenden Torabschlüssen, hatte der Stürmer an diesem Nachmittag mal wieder nicht zu bieten.

Auch wenn dem Argentinier selbstverständlich keinerlei Schuld am wohl schlechtesten Spiel der Borussia zu zusprechen ist fällt auf, das mit ihm ein schnelles Spiel mit zwei oder gar einem Kontakt schlichtweg nicht möglich ist. Bobadilla benötigt mehrere Kontakte und ist selten bis nicht fähig den Ball schnell weiter zu spielen. Hier ein Haken, dort ein Anrennen in den Mann – seine Uneffizienz kommt nicht von ungefähr.

Borussias große Stärke in dieser Saison ist das schnelle Spiel nach vorne mit maximal zwei Ballkontakten. So übergeht die Mannschaft ihre eigenen Schwächen in der Zentrale und nutzt in der Offensive die vorhandene Schnelligkeit aus. Raul Bobadilla passt nicht in dieses System, passt nicht annähernd in dieses taktische Gefüge. Es ist einfach sein Naturell, das Naturell eines Sturmtanks – ein Naturell das im Favre´schen System keinerlei Nutzen findet. Es darf gezweifelt werden ob der Argentinier noch eine Chance bekommen wird, sich im Trikot der Borussia zu beweisen.

Deutete an das man mit ihm schnellen Kombinationsfußball spielen kann – Mathew Leckie (Fotos: jdp-fotos.de)

Möglicherweise wird mit der Rückkehr de Camargos und der Gesundung des so wichtigen Marco Reus die Türe für ihn geschlossen sein. An Reus, de Camargo und Hanke kommt er wohl nicht mehr vorbei und Mathew Leckie zeigt zumindest gute Ansätze fußballerisch ins System zu passen.

Trainer Favre spricht von einer Verbesserung Bobadillas, eine Verbesserung, die ihm jedoch nicht ausreicht und nicht zufrieden stellt. Die Geduld scheint ausgereizt und ein so wünschenswerter Durchbruch des sympathischen Stürmers kaum noch vorstellbar.  Man wird im Winter, spätesten jedoch im Sommer über eine Lösung reden müssen. Schade eigentlich …

 

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veröffentlicht von Björn Brodermanns am 12. Dezember
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