Raul Bobadilla – es riecht nach Abschied

Für einige gilt er immer noch als großes Sturmtalent, als ein Spieler, der alles mitbringt, ein richtig guter Angreifer zu sein. Den meisten weiblichen Fans des VFL, wird bei seinem Anblick ganz anders – für den Großteil der Betrachter gilt er jedoch mittlerweile schlichtweg als Flop, als ein ewiges Talent und ein Stürmer, der es in Mönchengladbach nicht mehr packen wird …

Im Sommer 2009 wechselte Raul Bobadilla mit vielen Vorschusslorbeeren für knapp 4,2 Millionen Euro an den Niederrhein. Millionen, die sich „rechnen“, die sich auszahlen sollten. Eigentlich. Doch von der einstigen Freude über den Transfer des Argentiniers ist im Winter 2011 nicht mehr viel übrig. Raul Bobadilla sorgte bislang eher mit Eskapaden für Schlagzeilen, als mit starken Leistungen auf dem Platz.

56 Bundesligaspiele und 8 Tore stehen für den 24-jährigen zu Buche – eine ausbaufähige Bilanz. Der Argentinier zeigte bislang neben einzelnen Klasse-Auftritten ( man erinnert sich an ein Spiel gegen Bremen, in Köln und gegen Wolfsburg) lediglich viel, viel Krampf.

Zumeist mit dem Kopf durch die Wand

Bobadillas Spiel ist geprägt von einem zumeist kopflosen Anrennen in den Gegenspieler, was durch seinen bulligen Körperbau sogar von Erfolg geprägt seien könnte. Auch sein Antritt und seine Geschwindigkeit geben keinen Freiraum für Kritik. Das Problem scheint eher die Spielintelligenz zu sein. Mit kühlem Kopf käme er wesentlich einfacher und effektiver an den Ball und vor des Gegners Tor, ohne dabei in die Gefahr zu laufen mit seinen Gegner zu kollidieren.

Spielt derzeit kaum eine Rolle: Raul Bobadilla (Fotos: jdp-fotos.de)

Nach seiner Aussortierung im letzten Winter und der Rückkehr aus Saloniki, hat man dem 24-jährigen eine neue Chance gegeben „bei null“ anzufangen. Eine Chance, die er, abgesehen von seinem Auftreten neben dem Platz, aus sportlicher Sicht augenscheinlich nicht genutzt hat. „Boba“ ist der Verlierer in Borussia Mönchengladbachs sensationeller Hinrunde und spielt in den Planungen Lucien Favres eine klare Nebenrolle. Zugegebener Maßen setze ihn Mitte Oktober ein kleiner Muskelfaserriss kurzzeitig außer Gefecht, doch auch in der Folgezeit kam der bullige Angreifer nur für wenige Minuten ins Spiel.

Als klares Signal kann die sehr späte Einwechselung in Köln gewertet werden. Wer seiner Sturmhoffnung Spielpraxis ermöglichen möchte, wechselt ihn beim ungefährdeten Stand von 3:0 frühzeitig ein – nicht erst nach 85 Minuten, zumal sich Marco Reus mit einem Zehenbruch quälte. Einige Anhänger der Borussia warten noch immer auf den Durchbruch Raul Bobadillas, warten auf einen Durchbruch, der in Mönchengladbach wahrscheinlich nicht mehr gelingen wird.

Die Zeichen scheinen auf Abschied zu stehen. Möchte der Verein noch eine gute Ablöse kassieren, sollte die Trennung noch im Sommer 2012 vonstatten gehen – doch aktuell scheint der Januar der aktuellere Zeitpunkt für ein Lebewohl zu sein, sofern sich ein Abnehmer für den durchaus talentierten Stürmer finden lässt …

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veröffentlicht von Björn Brodermanns am 30. November
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