Raul Bobadilla – Kämpferherz sendet Lebenszeichen

Da stand er in der Mixed-Zone des Borussia-Parks. Eine Mischung aus Knuddelbär und Marke „dem will ich nachts nicht zufällig über den Weg laufen“. Völlig verschwitzt, ausgepowert und irgendwie wusste er nicht so recht wie er die vergangenen,in seinem Fall 84 Minuten, einschätzen sollte…

Die Rede ist von Raul Bobadilla, Stürmer der Borussia, der Fans und Fußballkenner gleichermaßen spaltet. Flop, Sturmhoffnung, Riesentalent, Genie, Kämpfernatur, Heißsporn und liebenswerter Typ – alles Bezeichnungen, die zum Argentinier passen. Bobadilla ist ein wenig hiervon, ein wenig davon, aber letzten Endes nichts Genaues.

Raul Bobadilla sendet Lebenszeichen

Letzte Woche haben wir geschrieben, dass ein Abschied Raul Bobadillas spätestens zum Saisonende wahrscheinlich ist. Gegen den BVB aus Dortmund hatte der Argentinier, aufgrund der Verletzungen von Marco Reus und Igor de Camargo, plötzlich die Chance sich zu beweisen. Ein Unterfangen das „Boba“ unter dem Strich geglückt ist …

Zeigte sich nach dem Spiel nicht gänzlich zufrieden – Raul Bobadilla (Fotos: jdp-fotos.de)

Emsig, fleißig und aufmerksam war er bis zu seiner Auswechselung in der 84. Minute – Raul Bobadilla. Immer unterwegs, keinen Ball aufgebend, so nötigte er die Dortmunder immer wieder zu „Verlegenheitspässen“ oder gar Notschläge ins Seitenaus. Der Argentinier bemühte sich schnell ins Spiel zu kommen, was ihm sichtlich schwer fiel nach den vergangen Wochen, in denen „Boba“ lediglich zu Kurzeinsätzen kam. Vorzuwerfen ist Raul Bobadilla nach dem Spiel beinahe nichts. Unermüdlicher Einsatz und eine tolle Vorlage auf Mike Hanke zum 1:1 – lediglich das für den Stürmer typische „in den Mann laufen“ und teilweise kopflose Agieren stößt negativ auf.

Fahrlässige Chancenverwertung

Darüber hinaus strapazierte der Argentinier vor dem Tor wie so oft die Nerven seines Trainers Lucien Favre und die der Anhänger,als er beinahe unbedrängt auf BVB-Torhüter Weidenfeller lief und den Ball versuchte sehenswert ins Eck zu schlenzen, anstatt ihn mit voller Wucht ins Netz zu schießen. Solche Szenen hatte Raul Bobadilla in dieser Saison bereits einige – fragwürdig weshalb er immer noch das Schöne dem effektiven vorzieht. Wenn der Ball unterm Stadiondach landet ist ihm niemand böse, doch diese „Schnibbelei“ vor dem Tor ist so nicht tragbar. Erst recht nicht in einem Spitzenspiel.

Dennoch steht unter dem Strich eine ansprechende Leistung zu Buche. Eine Leistung, auf die der 24-jährige aufbauen kann, um sich die Berechtigung für seine leise Forderung nach dem Spiel zu erarbeiten: “Ich bin unzufrieden mit mir und möchte mehr spielen“, verriet der nach großem Kampf sichtlich erschöpfte Bobadilla.

Vor einem möglichen Abschied wird er, in dieser Verfassung, möglicherweise noch die ein oder andere Chance erhalten, dem Trainer zu zeigen das ein Raul Bobadilla mittelfristig noch sehr wichtig sein kann für den VFL.

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veröffentlicht von Björn Brodermanns am 05. Dezember
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