Reus-Nachfolger? Aus dem unteren Durchschnitt in den Fokus

Es fühlt sich ein wenig so an wie Phönix aus der Asche. Einst machte er auf eine lockere sowie freche Art und Weise auf sich aufmerksam, um dann zunächst einmal beinahe gänzlich aus dem Fokus zu verschwinden. Unter Lucien Favre spielt er bessere denn je, zeigt sich deutlich gereift und wesentlich klarer in seinen Aktionen …

Die Rede ist von Patrick Herrmann, 20 Jahre jung und auf dem besten Weg zum Leistungsträger des VFL. Nach seinem furiosen Auftritt beim 6:3 Sieg am 2. Spieltag der vergangenen Saison und dem danach folgenden Tief der Borussia, geriet die Karriere des Talents ins Stocken.

Obwohl vom damaligen Coach Michael Frontzeck immer wieder eingesetzt, konnte der U-21 Nationalspieler nicht weiter positiv auf sich aufmerksam machen – zu inkonstant zeigte er sich in seinen Leistungen, vor allem aber zu holprig in den Aktionen.

Vielleicht lag es aber auch an dem Gesamtkonstrukt der Mannschaft, dass seine Stärken kaum bis gar nicht zu tragen kamen. Patrick Herrmann wirkte zu dieser Zeit gehemmt, behäbig und ziellos – immer wieder rannte sich er sich ineffizient in der gegnerischen Hälfte fest.

Entwicklung unter Lucien Favre

Unter dem „neuen“ Trainer Lucien Favre gelang dem 20-jährigen nun das, was kaum noch einer für möglich gehalten hatte: ein richtiger Durchbruch. Seine Entwicklung, gerade in der laufenden Saison, geradezu sensationell. Vor allem nach der Verschiebung von Marco Reus in die Zentrale und der damit verbundenen Tatsache das Herrmann nun die rechte Mittelfeldseite beackert, geht sein Stern regelrecht auf.

Zeigte er zuvor lediglich in der U-Nationalmannschaft teils hervorragende Leistungen, ist der Youngster mittlerweile innerhalb der Elf vom Niederrhein kaum noch wegzudenken. Ein scheller Antritt, hervorragende Technik, Überraschungsmomente sowie das Auge für den Mitspieler – Patrick Herrmann zeigt sich von Spiel zu Spiel gefährlicher und vor allem unberechenbarer für den Gegner.

Herrmann hat zweifelsohne einen großen Schritt gemacht. Nun könnte der nächste, große Schritt folgen: die Entwicklung zum Dreh- und Angelpunkt der Borussia. Zuzutrauen ist es dem gebürtigen Saarländer allemal.

Statistik erinnert an die Anfangszeit eines Marco Reus

3 Tore und 5 Torvorlagen in 14 Spielen – eine Statistik, die sich für einen 20-jährigen gut lesen lässt und absolut mit der des 20-jährigen Reus (22) vergleichbar ist. Das Zeug in die Fußstapfen des im Sommer zum BVB wechselnden Reus besitzt der junge Herrmann, Trainer und Förderer Lucien Favre wird mit Sicherheit für eine erfolgreiche Weiterentwicklung sorgen.

Dennoch: Zu viel Druck sollte man Patrick Herrmann nicht aufbürden und ihm stattdessen Zeit geben sich richtig zu entwickeln – in die Schuhe eines Marco Reus muss man erst mal reinwachsen. Passen könnten sie dem Flügelflitzer auf jeden Fall …

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veröffentlicht von Björn Brodermanns am 09. Januar
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