Roel Brouwers – Gladbachs bodenständige Konstante

Während dieser Tage die Personalie Dante und dessen wohl kommender Transfer die Schlagzeilen bestimmt und dabei immer wieder das Karriereende Martin Stranzls 2013 zum Thema wird, kommt einer zu kurz. Wie so oft. Roel Brouwers, „dritter“ Innenverteidiger der Gladbacher, scheint oftmals unterschätzt. Dabei besteht augenscheinlich kein Grund dazu …http://www.nach-dem-spiel-ist-vor-dem-spiel.com/wp-includes/js/tinymce/plugins/wordpress/img/trans.gif

Dante ist Borussias Chef in der Abwehr. Logisch. Martin Stranzl, der sympathische Österreicher, ist es irgendwie auch. Zumindest hinter vorgehaltener Hand und für den genauen Betrachter. Doch im „Schatten“ der beiden Abwehrasse gibt es noch einen Protagonisten, der leistungstechnisch den beiden in nichts nachsteht.

Die Rede ist von Roel Brouwers, 30 Jahre jung, Niederländer und bereits seit 2007 in Mönchengladbach unter Vertrag. Egal ob 2. Liga oder in der Beletage – der Limburger hat immer seinen Mann gestanden. Den Höhepunkt seiner Karriere erlebte der einst vom SC Paderborn an den Niederrhein gewechselte Abwehrspieler in der Spielzeit 2009/2010, als ihm in 34 Einsätzen neben durchweg sehr guten Leistungen ganze 8 Saisontore  gelangen.

Zu dieser Zeit wurde gar Bart van Marwijk, seines Zeichens Bondscoach der niederländischen Fußballnationalmannschaft, aufmerksam auf Gladbachs Innenverteidiger. Der ehemalige Trainer des BVB hatte ihn auf dem Zettel für die Weltmeisterschaft in Südafrika, nominierte den Limburger aber aufgrund der großen Konkurrenz letzten Endes nicht.

In der letzten Spielzeit zum Teilzeitarbeiter avanciert

In der vergangenen Spielzeit avancierte Brouwers, der zuvor stets einen Stammplatz inne hatte, zum Teilzeitarbeiter. Nachdem die Hinrunde unter dem damaligen Trainer Michael Frontzeck alles andere als zufriedenstellend verlief und der Niederländer mit einigen Verletzungen zu kämpfen hatte, wechselte mit dem Österreicher Martin Stranzl in der Winterpause ein ähnlicher Spielertyp an den Niederrhein. Fortan musste sich der Niederländer hinten anstellen, auch aufgrund der zusehends stabiler agierenden Abwehr.

100 % für die Borussia - Roel Brouwers (Foto: jdp-fotos.com)

In der aktuellen Saison hat sich das Blatt indes ein wenig zugunsten des niederländischen Verteidigers gewendet. Während der eigentliche Stammspieler Stranzl immer wieder mit kleineren Verletzungen zu kämpfen hat, rückt Roel Brouwers zunehmend für ihn in den Fokus und zeigt bei seinen Einsätzen, dass er mehr als nur ein guter Ersatz sein kann. Was für Brouwers spricht, ist die Tatsache, dass er in weitaus weniger Zweikämpfe gehen muss als seine „Konkurrenten“. Das Stellungsspiel des Niederländers hat sich während Lucien Favres Amtszeit als Trainer unglaublich verbessert. Mit seiner glänzenden Antizipation macht Brouwers seine fehlende Grundschnelligkeit wett und lässt aktuell selbst Weltklassestürmer schlecht aussehen.

Publikumsliebling „Roooooooooeeeeel“, wie ihn die Gladbacher Anhänger bei jeder gelungenen Aktion lauthals feiern, ist also wieder da und blieb zuletzt auch trotz der Rückkehr Stranzls im Team. Eine Tatsache, die sich der Niederländer hart erarbeitet und verdient hat. Während seiner „Teilzeitarbeit“ hat er sich nie negativ geäußert, wurde nie aufmüpfig und war zu 100 % da, wenn er gebraucht wurde.

Bodenständig, menschlich, sachlich 

Gladbachs Zukunft in der Innenverteidigung? Brouwers und Stranzl (Foto: jdp-fotos.com)

Während es „Abwehrchef“ Dante wohl Richtung München zieht, hat Brouwers erst kürzlich seine Liebe zum VfL bestätigt und einen Kontrakt bis zum Juni 2014 unterschrieben. Damit ist er aktuell nicht nur Gladbachs heimliche Konstante im Abwehrbereich, sondern auch in Sachen Vertragslaufzeit. Der Niederländer ist der einzige Innenverteidiger mit dem Sportdirektor Eberl mindestens zwei Spielzeiten planen kann. So wäre es nicht verwunderlich, wenn der 30-jährige in der kommenden Spielzeit zu einer sehr wichtigen Personalie avanciert und in Zusammenarbeit mit Martin Stranzl die Abwehr der Borussia dirigieren wird.

Unterhält man sich neben dem Spielfeld mit dem überaus sympathischen Brouwers, erkennt man zweifelsfrei seine Bodenständigkeit. Brouwers ist kein sonderlich extrovertierter Spieler, kein Lautsprecher. Ihn zeichnen stattdessen absolute Menschlichkeit und nüchterne Sachlichkeit aus – Eigenschaften, die der Borussia auf sowie neben dem Platz gut zu Gesicht stehen und in Zeiten des vielzitierten „Söldnertums“ selten sind. Brouwers ist in Mönchengladbach zu Hause, genießt die Nähe zu seiner niederländischen Heimat Limburg und das familiäre Umfeld des Vereins.

Seit 2007 ist die Gladbacher Borussia nun schon seine „Familie“, gut möglich das Brouwers am Niederrhein sein endgültiges „Zuhause“ gefunden hat und für die „Elf vom Niederrhein“ fußballerisch auch in Zukunft noch richtig wichtig sein wird.

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veröffentlicht von Björn Brodermanns am 21. Februar
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