Schwerer Stand und auslaufender Vertrag: Mike Hanke will um einen Stammplatz kämpfen

In der vergangenen Spielzeit war der ehemalige Nationalspieler eine der größten Überraschungen bei Borussia Mönchengladbach. Mit seinem kämpferischen und technisch anspruchsvollen Spiel avancierte Hanke im System des VfL zu einer unverzichtbaren Größe. Am Ende seiner wohl bislang besten Spielzeit stand der 28-Jährige gar auf dem Sprung in den EM-Kader von Jogi Löw. Nun haben sich die Dinge ein wenig zuungunsten Hankes entwickelt – von seiner Rolle der vergangenen Spielzeit ist die Kämpfernatur noch weit entfernt.

83 Bundesligaminuten (ein Tor), 80 in der Champions-League-Qualifikation und zehn im Pokal – Mike Hanke ist noch nicht so richtig angekommen in der neuen Saison. Der zwölffache Nationalspieler ist aktuell in den Planungen seines Trainers ein wenig außen vor. Unumstrittener Stürmer Nummer eins ist Luuk de Jong. Lucien Favre hält am noch nicht vollends integrierten niederländischen Neuzugang weiter fest.

Favre redete mit Hanke über seine Situation

Die Position des „Neuneinhalbers“, die Hanke in der vergangenen Spielzeit so hervorragend ausfüllte und sich mit Marco Reus perfekt ergänzte, gibt es zudem in der Form nicht mehr. Wunschstürmer de Jong muss völlig anders in Szene gesetzt werden. Ob schnelles Angriffsspiel über die Außen oder kreative sowie schnelle Anspiele aus dem Zentrum – Lucien Favre sucht noch nach der richtigen Mischung.

Mike Hanke traut er dabei eine gesteigerte Rolle aktuell augenscheinlich nicht zu. „Der Trainer hat mit mir geredet. Es ist seine Entscheidung, wer spielt. Ich kann mich nur anbieten. Wenn ich in seinen Augen dann nicht gut genug bin, dann ist das so“, sagt der 28-Jährige in einem am Mittwoch in der Sportbild erscheinenden Interview.

„Kein Spieler sitzt gerne auf der Bank“

Favre sucht weiter händeringend nach der verlorengegangene Geschwindigkeit. Damit kann Mike Hanke nun wirklich nicht unbedingt dienen. Das Spiel des ehemaligen Nationalspielers ist eher bedächtig und kämpferisch ausgerichtet. In der Vorsaison konnte Hanke noch vom atemberaubenden Tempo seiner Mannschaft, vornehmlich der von Marco Reus, profitieren und mit seiner Zweikampfstärke sowie seinem direkten Passspiel gehörig zum Erfolg beitragen.

Nun, in der aktuellen Spielzeit, passt Hankes Spielweise nicht zu Luuk de Jong – soweit die Theorie von Lucien Favre. In der Praxis will sich der 28-Jährige dennoch beweisen und weiter ackern. „Ich kämpfe hier um meinen Platz“, bekundet Hanke. Wohlwissend das die Situation nicht ganz so einfach zu lösen ist: „Ich fühle mich pudelwohl in Gladbach und möchte auch bleiben. Aber natürlich schaue ich mir die nächsten Wochen an, das ist doch klar. Kein Spieler sitzt gerne auf der Bank. Auch ich nicht.“

Vertrag läuft aus

Die kommenden Wochen werden also nicht nur Aufschluss über den weiteren Weg der Borussia geben. Auch die Zukunft des Publikumslieblings bedarf einiger Klärungen – Hankes Vertrag läuft am Ende der Saison aus. Derzeit scheint sich der 28-Jährige über seine Zukunft noch uneins zu sein: „Mein Berater führt auf jeden Fall Gespräche mit dem Verein, unabhängig davon, ob ich verlängere oder nicht. Ich nicke dann am Ende – oder schüttele den Kopf. So ist der Ablauf.“

Mike Hanke wird kämpfen – soviel steht fest. Um einen Stammplatz und einen möglichen neuen Vertrag. Wichtig für die Mannschaft ist der ehemalige Schalker und Hannoveraner ohnehin nach wie vor. Vor allem für die jungen Spieler stellt Hanke auf- und neben dem Platz eine wichtige Ansprechperson dar und ist als Typ nur schwerlich wegzudenken. (Foto: jdp-fotos.com)

PS: Kennst du schon unseren kostenlosen Newsletter? »Hier« kannst du unseren kostenlosen Newsletter abonnieren.

veröffentlicht von Björn Brodermanns am 11. September
Diesen Artikel empfehlen:
 
Kommentieren via Facebook neu