Sind 10 Millionen Euro für Granit Xhaka vertretbar?

Europäische Fußballexperten halten Granit Xhaka vom FC Basel für eines der größten Talente. Gerade erst 19 Jahre jung spielt er bereits eine wichtige Rolle in seinem Verein und auch in der von Ottmar Hitzfeld trainierten Nationalelf gehört Xhaka die Zukunft. Gute Gründe, weshalb ihn augenscheinlich halb Europa jagt und allen voran Borussia Mönchengladbach ihn als wichtigen Teil ihres Kaders für die kommende Spielzeit verpflichten will…

Dem Vernehmen nach fordern die Schweizer 10 Mio. Euro für ihr Top-Talent. Ist eine solche Summe gerechtfertigt und vor allem aus Gladbacher Sicht vertretbar? Fakt ist, dass jener Granit Xhaka seinen Durchbruch in der Schweiz erst in der vergangenen Saison feiern konnte. So richtig machte der gebürtige Kosovare erst in der aktuellen Spielzeit auf sich aufmerksam.

Jungfräuliche Bilanz

Insgesamt bringt es Granit Xhaka auf 42 Spiele in der Axpo Super-League. Dabei erzielte er zwei Tore und gab drei Torvorlagen. Zudem konnte der 19-jährige in 10 Champions-League-Partien (inkl. Qualifikation) sowie zwei Euro-League-Spielen bereits Erfahrung auf internationalem Niveau sammeln. Dabei gelang ihm ein eigener Treffer. In der laufenden Saison sorgte er mit dem FC Basel ordentlich für Furore, als diese das Achtelfinale gegen den FC Bayern erreichten.

In Mönchengladbach ist Granit Xhaka als Ersatz für den zu Schalke 04 wechselnden Roman Neustädter eingeplant. Zweifelsfrei wäre er ein qualitativer Quantensprung gegenüber seinem Vorgänger. Doch rechtfertigen seine bisherige Biographie und sein Talent eine kolportierte Ablösesumme von gut 10 Millionen Euro? Die Borussia in Person Max Eberls bieten dem Vernehmen nach „nur“ 6,5 Millionen Euro. Diese Summe entspricht eher dem Marktwert eines 19-jährigen Schweizers, der sich erst einmal dauerhaft auf höchstem Niveau beweisen muss.

Gladbach zahlt nicht jeden Preis

Gladbachs Sportdirektor macht also alles richtig, wenn er sagt: „Der Spieler will zu uns und wir wollen ihn – aber nicht zu jedem Preis“. 6,5 Millionen zuzüglich einer Beteiligung an einem möglichen Weiterverkauf sollten da auch das höchste der Gefühle sein. Immerhin muss Eberl auch mit dem Fall planen, das der VFL am Ende der nächsten Saison kein Ticket nach Europa bucht. Zudem stellt sich nicht erst seit dem vergangenen Spiel in Mainz die Frage, ob der eigentliche Neustädter-Nachfolger nicht aus den eigenen Reihen zu rekrutieren ist.

Tolga Cigerci deutete am vergangenen Spieltag  (Klick: Artikel zu Cigerci) mehr als nur an, welch ein Talent in ihm schlummert. Der Deutsch-Türke ist bislang nur vom VFL Wolfsburg ausgeliehen. Am Ende der kommenden Spielzeit müsste die Borussia auch für ihn gut vier Millionen Euro Richtung Felix Magath überweisen, sollte man ihn im Falle eines Durchbruchs denn halten wollen.

So wird sich Max Eberl im Fall Granit Xhaka wohl finanziell nicht wesentlich weiter auf den FC Basel zu bewegen. Ein Richtig oder Falsch gibt es da für den Sportdirektor wohl nicht. Genauere Antworten kann nur die Zukunft bringen.

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veröffentlicht von Björn Brodermanns am 06. Mai
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