Ter Stegen möchte mit zur EM – Entscheidung am kommenden Dienstag

Am 29. Mai muss sich Bundestrainer Jogi Löw endgültig entscheiden. Dann muss er den Rotstift ansetzen und abschließend seinen EM-Kader benennen. Drei Feldspieler wird es treffen und einen Torhüter. Vor einigen Wochen, zu Beginn der Vorbereitung auf Sardinien, hatte der Bundesliga mit einem Novum überrascht. Erstmals berufte er gleich vier Torhüter in den vorläufigen Kader…

Gladbachs Torhüter Marc-André ter Stegen war seinerzeit der Nutznießer dieser Maßnahme. Joachim Löw wollte ihm nach einer herausragenden Spielzeit „unbedingt die Chance geben, sich zu zeigen“. Überhaupt gibt sich Löw in Sachen ter Stegen ungewöhnlich euphorisch: „Er hat eine überragende Saison gespielt, großartige Leistungen gezeigt. Er hat trotz seiner jungen Jahre eine große Abgeklärtheit und eine sehr gute Ausstrahlung.“ Manuel Neuer, Tim Wiese, Ron-Robert Zieler und ter Stegen – so in etwa müsste die eigentliche „nackte“ Torhüterreihenfolge lauten.

Kampfansage des Gladbachers

Nicht mit Marc-André ter Stegen. Der Youngster reiste mit einer Kampfansage nach Sardinien. „Ich denke, Manuel Neuer ist gesetzt. Das ist klar. Wir werden uns um die anderen beiden Positionen streiten. Keiner wird dem anderen etwas schenken. Ich werde bis zum letzten Tag alles geben“ Gestützt wird der 20-Jährige dabei von den Aussagen seines Torwarttrainers: „Es gibt keine Reihenfolge. Der Konkurrenzkampf ist da. Jeder hat die Chance, auf den Zug aufzuspringen“, äußerte sich Andy Köpke unlängst zum Kampf um die Plätze.

Für nicht wenige Fachleute gehört Gladbachs bester Torhüter seit Uwe Kamps unbedingt zum EM-Kader. Auf Platz zwei – noch vor dem Duo Wiese/Zieler. Für die Spieler der Bundesliga müsste ihn Jogi Löw gar Stammtorhüter Neuer vorziehen. 27,4 Prozent aller Bundesligaspieler kürten den 20-Jährigen vor Manuel Neuer zum besten Torhüter der abgelaufenen Saison. Ein Ritterschlag und eine hoch verdiente Auszeichnung für den strebsamen Schlussmann.

Stimmen, die danach rufen, zur Europameisterschaft den vor Selbstbewusstsein strotzenden Gladbacher dem „Koan-Titel-Neuer“ vorzuziehen, dürften allerdings ungehört bleiben. Eine solche Inthronisierung wäre populistisch und nicht im Sinne Jogi Löws. Er wird seinen bayerischen Schützling aufbauen und hinter ihm stehen.

Journalisten sehen starken ter Stegen vor Wiese

So bleibt für Marc-André ter Stegen am 29.Mai die Hoffnung jenem Kader anzugehören, der in Polen und der Ukraine den Titel nach Deutschland holen will. Hoffnung die berechtigt ist. Bereits in Sardinien war Bundestorwarttrainer Köpke voll des Lobes: „Man sieht schon, dass er sehr, sehr gut austrainiert ist und weiß, was er will.“

Medial sickern langsam erste Wasserstandsmeldungen durch. Demnach hat der 20-Jährige das Trainerteam des DFB vollends überzeugt. Kollegen, die sehr nah am Geschehen rund um die EM-Vorbereitung dran sind, gehen von einer endgültigen Nominierung ter Stegens aus – noch vor dem zukünftigen Hoffenheimer Tim Wiese, der mit Werder Bremen eine mehr als wackelige Spielzeit hinlegte. Hannovers Torhüter Ron-Robert Zieler wäre dann wohl der große Verlierer des „löw‘schen“ Novums und müsste die Heimreise antreten.

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veröffentlicht von Björn Brodermanns am 22. Mai
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