Thorben Marx ist in der aktuellen Situation für die Mannschaft sehr wichtig

Eigentlich war Thorben Marx schon so gut wie von der Bildfläche verschwunden. Über die Rolle des Reservisten oder die des Tribünengastes kam er schon seit geraumer Zeit nicht mehr hinweg. Nicht wenige sahen in ihm einen sicheren Abgang des vergangenen Transferfensters. Marx blieb und nun hat sich der gebürtige Berliner sogar wieder zurückgekämpft.  Nur eine Momentaufnahme oder steckt mehr dahinter?

„Ich habe mich wohl gefühlt auf dem Platz und Sicherheit verspürt. Ich hoffe, dass ich nun öfters ran darf“, sagte Marx im Anschluss an den 2:0-Mannschaftssieg gegen Eintracht Frankfurt. In der Tat sah man dem 31-Jährigen auf dem grünen Rasen an, das er sich erstaunlich gut zurechtfand. Mehr noch. Der Defensive Mittelfeldspieler machte dort weiter, wo er zuletzt in seinem Pflichtspieldebüt der Saison 2012/2013 gegen Fenerbahce Istanbul aufhörte und zeigte eine ordentliche Leistung.

„Ein schönes Gefühl“

Thorben Marx ist ohne Zweifel eher der Typ Arbeiter. Der Zauber, der dem VfL noch in der vorangegangenen Spielzeit umgab, liegt dem 31-Jährigen eher fern. Marx arbeitet den Fußball, er spult Kilometer ab und er wirft sich in jeden Zweikampf.  Eine Tugend, die der Mannschaft in der aktuellen Situation richtig gut tut. Ähnlich sieht es der gebürtige Berliner auch selbst: „Ich denke das ist im Moment gefordert, deswegen spiele ich auch denke ich. Ich freue mich natürlich, dass ich der Mannschaft helfen kann. Das ist für mich natürlich auch ein schönes Gefühl.“

Ob Marx nun regelmäßig an der Seite von Havard Nordtveit, der im Spiel gegen die Eintracht enorm von der Ruhe des 31-Jährigen profitierte, spielen darf? Er selbst zweifelt und sieht seine Rolle in der Mannschaft völlig realistisch: „Wenn alles läuft, haben wir natürlich andere Spielertypen, deren Spiel von außen etwas schöner aussieht. Aber das ist im Moment vielleicht nicht so gefragt – deshalb habe ich wohl gespielt.“

Was plant Favre?

Lucien Favre wird sich in der Länderspielpause so seine Gedanken machen (müssen). Was dessen erfahrenster „Sechser“ in den beiden Einsätzen gegen Fener und die Mannschaft aus der Main-Metropole zeigte, dürfte ihm gefallen haben. Zudem sind gute Alternativen rar gesät. Granit Xhaka passt mit seiner offensiven Spielweise, seinem Hang zum „schönen Spiel“ und den vielen Fehlern im Aufbau (noch) nicht ins System.

Nicht die fußballerische Schönheit in Reinkultur, sondern Sicherheit ist gefragt in Mönchengladbach. Gerade die Anfangszeit der Ära Favre beweist die enorme Wichtigkeit der Kompaktheit – alles Andere, das gepflegte Spiel nach vorne, entwickelt sich erst daraus. Und so rückt, wie von Sportdirektor Max Eberl, Kapitän Filip Daems und Führungsspieler Martin Stranzl gefordert, das Kollektivspiel wieder in den Vordergrund.

„Ein Verdienst der Mannschaft“

„Das wir beide (Havard Nordtveit Anm. d. Red.) nicht die größten Spielmacher sind ist ja bekannt. Heute war es von der ganzen Mannschaft erstmal das erste Ziel zu Null zu spielen. Das hat heute bereits vorne geklappt, da haben wir die Räume schon zugestellt. Das war heute ein Verdienst der gesamten Mannschaft“, stellte Marx dann auch das gesamte Team in den Vordergrund ohne sich selbst zu wichtig zu nehmen.

„Heute hat die ganze Mannschaft überragend gegen den Ball gearbeitet und wenig Chancen zugelassen.“ Recht hat er. Ob die neue „alte“ Sicherheit allerdings ohne ihn zurückgekehrt wäre, darf zumindest bezweifelt werden. (Foto: jdp-fotos.com)

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veröffentlicht von Björn Brodermanns am 08. Oktober
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