Tolga Cigerci in Form: Lucien Favre hat ein Luxusproblem im defensiven Mittelfeld

Roman Neustädter ist Geschichte. Gladbachs Dauerläufer der vergangenen Monate hat zum 01. Juli beim FC Schalke 04 angeheuert und der Borussia den Rücken gekehrt. Den Part des ehemaligen Mainzers soll nun Neuzugang Granit Xhaka ausfüllen. Im Windschatten des Schweizer Nationalspielers entpuppt sich in den vergangenen Wochen allerdings noch jemand ganz anderes als Alternative…

Cigerci hat Blut geleckt

Einer war schon einige Tage vor dem Ende der Sommerpause besonders heiß auf den Trainingsbeginn bei Borussia – Tolga Cigerci. Als könne er es kaum erwarten, zeugten immer wieder entsprechende Posts via Social Media von der Lust Cigercis am Kicken und der neuen Saison bei seinem Klub. Der Mittelfeldspieler, der im Winter vom VfL Wolfsburg nach Mönchengladbach ausgeliehen wurde, scheint am letzten Spieltag der vergangenen Spielzeit Blut geleckt zu haben.

Beim Spiel der Gladbacher in Mainz stand der 20-Jährige zum ersten Mal von Beginn an für die Fohlen auf dem Platz. Dabei zeigte er eine durchweg beachtliche Leistung. Laufstark, passsicher und mit einer Menge Spielwitz machte der Deutschtürke auf sich aufmerksam. Nicht wenige Beobachter zeigten sich überrascht ob der Fähigkeiten Cigercis, der den Schwung dieser Erfahrung über die Pause hinweg halten konnte.

„Die Saison fängt wieder von vorne an und die Karten wurden neu gemischt. Natürlich ist jetzt Granit Xhaka für acht Millionen Euro gekommen, aber das sehe ich für mich nicht als Problem. Ich freue mich, dass er gekommen ist. Er ist ein guter Junge und ich mag ihn. Ich werde im Training meine Leistung bringen und den Rest muss dann der Trainer entscheiden.“ – Tolga Cigerci zu seiner Situation beim VfL

Mehr als nur eine Alternative?

Nun ist der U20-Nationalspieler einer der Gewinner der Saisonvorbereitung. Mit seinem athletischen Spiel, seiner Übersicht sowie Passsicherheit scheint er nun endlich angekommen zu sein beim VfL. Neben dem Platz ein Spaßvogel mit Kumpel Amin Younes und auf dem Platz mehr als nur eine Alternative?

Zwei Plätze im zentralen Mittelfeld sind im System von Lucien Favre zu vergeben. Die Nase vorn haben dürfte Granit Xhaka. Der Schweizer macht einen physisch starken Eindruck und legt dabei eine außerordentliche Präsenz an den Tag. Man sieht: Der Neuzugang will der Chef auf dem Platz und Initiator des Spiels der Borussia sein. Geht Xhakas Entwicklung in den kommenden Wochen so weiter, dürfte er in den Genuss eines beinahe uneingeschränkten Stammplatzes kommen.

Kampf mit Nordtveit um einen Platz im Team?

Tolga Cigerci wird sich also mit Havard Nordtveit um einen Platz auf der Doppelsechs „streiten“ müssen. Der Norweger, der ebenfalls in der Innenverteidigung einsetzbar ist, scheint aktuell noch nicht in Form zu sein. Doch kann die Mannschaft von Lucien Favre auf die Defensivkünste des 22-Jährigen verzichten? Cigerci ist vom Typ her eher die offensivere Variante zu Nordtveit. Die Frage wird also sein, ob das favre’sche System zwei relativ offensiv ausgerichtete Sechser verträgt, ohne dabei die Balance zu verlieren.

Der hochbegabte Deutschtürke wird sich größtenteils auf den defensiven Part beschränken müssen, wenn er mittelfristig einen Stammplatz im Mittelfeld der Borussia innehaben möchte. Die Eindrücke aus den Testspielen und vielen Trainingseinheiten in Rottach-Egern haben jedenfalls gezeigt, das der 20-Jährige auch diesen Teil konzentriert erledigen kann.

„Ich will jetzt nicht sagen, dass ich Stammspieler bin. Jeder muss sich hier zeigen und jeder muss seine Leistung bringen. Am Ende zeigt der Trainer, wie die Mannschaft am besten funktioniert. Wir haben jetzt mit Bundesliga, Pokal und den internationalen Spielen viele Spiele. Ich denke, dass jeder seine Chance bekommen wird.“ Cigerci zu seiner Chance Stammspieler zu werden

Das Duo Xhaka/Cigerci als Dosenöffner?

Eine Doppelsechs bestehend aus Tolga Cigerci und Granit Xhaka – sie ist also durchaus denkbar. Vor allem gegen tiefstehende Gegner, bei denen der VfL das Spiel machen muss, könnte diese Variante einige hartnäckige Dosen öffnen. Rund drei Wochen bleiben Lucien Favre noch diverse Formationen zu testen. Tolga Cigerci mausert sich derweil zu einem echten Luxusproblem für seinen Trainer. (Foto: jdp-fotos.com)

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veröffentlicht von Björn Brodermanns am 26. Juli
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