Tolga Cigerci und Alex Ring – Borussia hat das größte Talent im eigenen Stall

Borussia Mönchengladbach hat eine sensationelle Hinrunde gespielt und dennoch gilt es für die sportliche Führung die Mannschaft weiter zu verbessern. Dem analytischen Beobachter dürfte schon seit der vergangenen Saison klar sein: Der Schuh in Borussias Kader drückt am meisten in der Zentrale. Ohne Zweifel besteht in der Seele, dem Motor des VFL Handlungsbedarf …

Havard Nordtveit und Roman Neustädter, Borussias etatmäßige „Doppelsechs“, machen ihre Sache bislang ordentlich. Genauer gesagt machen es die beiden jungen Mittelfeldspieler richtig gut und wesentlich besser als erwartet. Gerade Neustädter, der offensivere der beiden, hat sich stark entwickelt und ist zu einer festen Größe gereift. Logisch das Sportdirektor Eberl den auslaufenden Vertrag des gebürtigen Ukrainer im Winter verlängern möchte. Doch hinter dem Duo, deren Leistungen ebenfalls noch ausbaufähig sind und konstanter werden müssen, klafft ein kleines aber unübersehbares Loch.

Thorben Marx nicht schnell genug

Thorben Marx scheint dem Tempo der Bundesliga, insbesondere dem hohen Tempo des favre´schen Systems nicht gewachsen. Meist läuft er seinem Gegenspieler kilometerweit hinterher, ist zumeist einen Schritt zu spät und schaltet viel zu langsam um. Da gerade das unglaublich schnelle Umschalten zwischen Defensive und Offensive Borussias großer Pluspunkt in dieser Spielzeit ist, fällt Thorben Marx leicht, aber entscheidend ab.

Was tun? Nach dem Abgang Michael Bradleys im vergangenen Sommer sollte der Wolfsburger Tolga Cigerci als vielversprechendes Talent den Weg an den Niederrhein finden. Max Eberl war seinerzeit mit dem Spieler einig, hatte aber die Rechnung ohne den launischen „Wölfe-Diktator“ Felix Magath gemacht. Denn obwohl die Verhandlungen bereits vor dem Ende standen, lobte er Cigerci in den höchsten Tönen, versprach ihm mehr Spielzeit und wollte das Talent plötzlich „nur“ noch verleihen. Eine Tatsache die Eberl nicht schmeckte, da er den Deutsch-Türken wenn dann langfristig verpflichten wollte.

Eine neue Situation und ein gereifter Julian Korb

Nun, ein halbes Jahr später, ist die Situation eine andere. Das Versprechen Magaths bezüglich mehr Einsatzzeiten im Bundesligakader – nur leere Luft. Der 19-jährige wurde lediglich in der 2. Mannschaft eingesetzt, für die er 11 Spiele in der Regionalliga absolvierte. Aus dem Umfeld Cigercis hört man immer wieder, dass dieser richtig unzufrieden ist und unbedingt zur Gladbacher Borussia wechseln möchte. Die Frage ist nun: Will Borussia den talentierten U20-Nationalspieler noch? Kann man sich diesmal mit Alleinherrscher Magath einigen?

Die Frage wird aber auch sein, ob der VFL nicht eigentlich bereits die beste Alternative in den eigenen Reihen hat. Julian Korb ist Borussias hochtalentierter Strippenzieher im Mittelfeld der U23. Dort ist er der passsichere und vor allem spielintelligente Stratege des VFL. Für seine 19 Jahre macht Korb seine Sache dort mehr als ordentlich und könnte im Winter den nächsten Schritt gehen. Lucien Favre hat den Jungen, der sämtliche U-Nationalmannschaften des DFB durchlaufen hat, jedenfalls schon länger auf dem Zettel.

Tolga Cigerci und Alexander Ring von HJK Helsinki, der von finnischen Medien mit der Borussia ins Spiel gebracht wird, sind mit Sicherheit talentierte Alternativen für Borussias Zentrale. Dennoch spricht einiges dafür, auf den jungen Julian Korb zu setzen, der zweifelsohne von seinen Fähigkeiten her in das gesuchte Profil passt und den Sprung in die Bundesliga schneller packen kann als viele für möglich halten.

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veröffentlicht von Björn Brodermanns am 15. Dezember
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