Schuss vor den Bug: Verloren und dennoch irgendwie gewonnen

Borussia Mönchengladbach kann es noch. Verlieren. Erstmals nach saisonübergreifend 10 (!) Pflichtspielen setzte es mal wieder eine Niederlage. Eine unglückliche. Der Sieg der Schalker war dennoch nicht unverdient. Die erste Saisonniederlage des VFL – ein Grund enttäuscht zu sein oder gar in Panik zu verfallen? Wohl eher nicht…

 

 

Eine Niederlage. Mehr ist nicht passiert. 1:0. Das glücklichere und um Nuancen reifere Team hatte die Nase leicht vorn. Hartgesottene Kritiker werden nun wohl den nahen Untergang des Favre-Teams beschwören sowie Parallelen zur vergangenen Saison aufzeigen. Damals startete die Borussia aus Mönchengladbach ähnlich furios wie in dieser Spielzeit und brachte danach bis Weihnachten so gut wie nichts mehr zu stande. Die Gefahr das sich ähnliches wiederholt tendiert indes gleich null.

 

Trotz dieser Niederlage „auf“ Schalke war klar zu erkennen, dass die Borussia 2011/2012 eine richtig gute ist. Favre´sche Tugenden wie inteligente Verteidigung, Kompaktheit sowie intelligentes Spiel nach vorne waren über weite Strecken des Spiels vorhanden. Der Ball zirkulierte richtig gut in den Reihen der Elf vom Niederrhein – bis zum Sechszehner und ein paar Mal darüber hinaus. Die Chancen um auch im Ruhrpott etwas zählbares zu holen waren da: Mike Hanke hätte an diesem Tag alleine für schwarz-weiß-grüne Freude sorgen können. Borussias stark aufspielender ehemaliger Schalker scheiterte jedoch immer wieder knapp oder fand in Torhüter Fährmann seinen Meister.

 

Ein anderer Stürmer auf dem Platz hatte da mehr Glück. Raúl González Blanco – Schalkes Señor. Ein glückliches „Stochertor“ des Spaniers besiegelte die erste Niederlage des VFL. Glück auf der einen – Pech auf der anderen Seite. Aber trotz aller positiven Bemühungen auch Unvermögen in Person eines anderen Raúl. Dem des Raúl Marcelo Bobadilla. Der Bobadilla, der gegen den VFL Wolfsburg noch an dem Prädikat „Weltklasse“ kratzte, schien am Niederrhein geblieben zu sein – nahezu nichts war zu sehen von Borussias Nr. 9.

 

Anders als noch in der Woche zuvor war Borussias „Bulle“ selten bis nie anspielbar und wenn „Boba“ den Ball bekam, war dieser schnell wieder weg. Versprungen, der Gegner gewann wie so oft den Zweikampf oder Schiedsrichter Felix Zwayer pfiff die Situation zu ungunsten des Argentiniers ab. Auch wenn der Unparteiische zu oft gegen Raúl Bobadilla abpfiff: Als Stürmer muss ich mich anders präsentieren. Häufig hat man das Gefühl, dass sich Bobadilla „alibimäßig“ in den Gegner wirft – wirklich zielstrebig und klar wirkten seine Aktionen bis zu seiner Auswechslung nicht. Schuld an der Niederlage trägt der Argentinier nicht, dennoch wird er sich steigern müssen – der wieder genesene Igor de Camargo sitzt ihm im Nacken. Weiter bleibt zu hoffen das Bobadillas „Sahne-Auftritt“ gegen die Wölfe nicht das alljährliche und einzige „Boba-Festspiel“ war.

 

War es das also nun mit der schwarz-grün-weißen Herrlichkeit? Bricht die Borussia nun ein? Klare Antwort: Wohl kaum. Das Spiel des VFL „auf“ Schalke war nicht schlecht. Es war genau genommen sogar ein richtig gutes Auswärtsspiel. Einzige Kritikpunkte – die mangelnde Chancenverwertung, viele unnötige Ballverluste im Zentrum und die Tatsache das teilweise zu schön und damit zu kompliziert gespielt wurde. Der letzte Pass kam zu selten an.

 

Die Niederlage „auf“ Schalke – kein Beinbruch. Eher im Gegenteil. Das gute Spiel der Borussia und die Tatsache wie immer unter Favre nur ein Gegentor kassiert zu haben (außer beim letztjährigen Gastspiel in Wolfsburg), waren ein weiteres Indiz für den neuen, starken VFL 2011/2012. Mit diesem VFL ist in dieser Saison zu rechnen. Diese Mannschaft kann und wird viele überraschen – weil sie Fußball spielen und sämtliche Situationen intelligent sowie spielerisch lösen kann.

 

Das 0:1 beim FC Schalke 04 – ein rechtzeitiger Schuss vor den Bug der Spieler und Fans. So weiß die Mannschaft was zu tun ist und kann nach der Länderspielpause zeigen das sie wieder aufstehen kann. Niederlagen können eine Mannschaft auch stärker machen, Niederlagen können ein „Gewinn“ sein – erstrecht wenn es die Erste nach 10 Pflichtspielen ist. Der VFL wird Reaktion zeigen. Schon am 10. September beim Heimspiel gegen den 1.FC Kaiserslautern…

 

 

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veröffentlicht von Björn Brodermanns am 29. August
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