Vom Hurrikan zum Tiefausläufer und zurück?!

Juan Arango – eigentlich von seinen Anlagen her Borussias bester Fußballer. Wenn er will und man ihn lässt kann er am Ball alles. Sein linkes „Füßchen“ kann unglaubliche Dinge vollbringen. Kann. Manchmal. Als „Hurrikan der Karibik“ wechselte er an den Niederrhein, schwächte sich während der letzten Saison zu einem harmlosen Tiefausläufer ab, um pünktlich zum Saisonendspurt zumindest als Tropensturm für Gefahr beim Gegner zu sorgen…

 

 

Sommer und Sonne in Deutschland –  rekordverdächtige Temperaturen inklusive, Tropennächte von mehr als 20 Grad. Eigentlich kein Grund um über Tiefausläufer oder gar Hurrikane zu schreiben. Rückblickend auf die vergangene Saison gibt es beim VFL jedoch einen Spieler der sämtliche „Wetterkapriolen“ durchlaufen hat. Juan Arango – als Hurrikan der Karibik zur Borussia gewechselt, hat er sich in der letzten Saison – insbesondere während der Hinrunde – zu einem harmlosen Tiefausläufer abgeschwächt. Die Leistungen des Venezolaners waren meist läuferisch schwach und von einer unterträglichen Lethargie geprägt. So manchem Fan trieb es die Zornesröte ins Gesicht wenn Arango mal wieder über die linke Seite trabte als wäre er bereits beim Auslaufen.

 

Weshalb Juan Arango während der katastrophalen Hinrunde uneingeschränkt zum Stammpersonal Borussias gehörte wird wohl für immer das Geheimnis des damaligen Trainers Michael Frontzeck bleiben. Allenfalls kann die schwache Personaldecke auf der linken offensiven Außenbahn als Grund herhalten. Katastrophal Arangos Leistungen vor allem defensiv: Die linke Seite des VFL wurde oftmals zur ständigen Gefahr. Gefahr für das eigene Spiel, Gefahr für das eigene Tor. Egal welcher Spieler die linke Abwehrseite bekleidete – er sah zumeist schlecht aus. Ein „Verdienst“ des Venezolaners, der defensiv stur weder mitdachte geschweige denn mitagierte.

 

 

„Klimawandel“ unter Lucien Favre

 

 

Arango, der in der Winterpause beinahe an den FC Sevilla abgeschoben wurde, erlebte unter dem neuen Coach Lucien Favre eine regelrechte Reinkarnation. Stark und motiviert im Training, nahm der vom Hurrikan zum drögen Tiefdruckgebiet mutierte Arango wieder Fahrt auf. Ein Phänomen: Der venezolanische Nationalspieler lernte Laufen, Kämpfen und Verteidigen. In einigen Spielen zeigte er gar richtige Führungsqualitäten, trieb das Spiel seiner Mannschaft immer wieder an, rochierte von links nach rechts und war überall zu finden. Als Paradebeispiel ist das Spiel gegen den FC Schalke 04 in der Rückrunde zu nennen – Favres erstem Spiel als Cheftrainer. Plötzlich war Arango wieder ein kleines bisschen Hurrikan. Zumindest ein kleiner Wirbelwind.

 

Bis zum Ende der Saison avancierte Borussias linker „Zauberfuß“ immer mehr zu einer richtigen Stütze, zu einem Spieler der wenn er sein Können abruft nicht aus dieser Mannschaft wegzudenken ist. Tödliche Pässe, passgenau, direkt und schnell – dazu eine begnadete Freistoßtechnik. Bislang verpuffte der Großteil seiner Freistöße , doch mit ein wenig mehr Konzentration können genau diese Situationen zur, von Ex-Coach Frontzeck vielfach zitierten, Waffe werden. Ein Juan Arango unter Lucien Favre mit voller Identifikation zum Team macht Hoffnung. Berechtigte Hoffnung auf mehr. Berechtigte Hoffnung auf einen richtig starken tropischen Hurrikan, der die Liga ordentlich durchrüttelt. 7 Torvorlagen und 4 Tore in 25 Saisoneinsätzen sind für einen Juan Arango in „Hurrikan-Form“ mit Sicherheit zu toppen…

 

 

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veröffentlicht von Björn Brodermanns am 27. Juni
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