Von der Champions League in Liga 2

Neben Tobias Levels und Michael Bradley verlässt nun auch Mohamadou Idrissou den VFL. Den Kameruner zieht es nicht wie einst geplant nach Europa. Um überhaupt noch spielen zu dürfen und somit einem frühzeitigen Ende der Bundesligakarriere zu entgehen spielt er ab sofort mit Mitspielern zusammen, für die er sich vor geraumer Zeit viel zu schade war – mit Absteigern. Ein klarer Fall von Selbstüberschätzung…

 

 

Saisonendspurt der Saison 2009/20010 – während der SC Freiburg um den Klassenerhalt in Liga 1 kämpft, macht ein Spieler der Breisgauer negative Schlagzeilen. Freiburgs „Torjäger“ (25 Tore in 73 Spielen) wird mit den Worten zitiert: „Ich will mit Euch absteigern nichts mehr zu tun haben. Nächstes Jahr spiele ich eh Champions League.“ Hintergrund: Idrissou stand kurz vor einer Verpflichtung vom Tabellenzweiten Schalke 04.

 

Der Wechsel zerschlug sich. Statt „auf“ Schalke landete der Kameruner „nur“ in Mönchengladbach, das von der Champions League so weit entfernt war wie Bayer Leverkusen von der Meisterschaft. Statt um Glanz und Glamour ackerte Idrissou von nun an gegen den Abstieg – mit Erfolg und kämpferisch durchaus starken Leistungen. Doch auch in Gladbach nutze er sämtliche Möglichkeiten um medial via Boulevard auf sich aufmerksam zu machen: Nahezu alle zwei Wochen kündigte der „Champions League – Aspirant“ wichtige, goldene und entscheidende Treffer für „seinen“ VFL an. Zu 99 % wurde aus diesen „Versprechungen“ – nichts. Lediglich ein wirklich entscheidendes Tor gelang ihm: Zu Hause gegen den BVB schoss er die Borussia mit seinem 1:0 wieder zurück ins Leben. Ein Tor das man ihm nicht vergessen wird – trotz aller Missverständnisse.

 

Lucien Favre, Trainer der 11 vom Niederrhein, plant indes seit Beginn der laufenden Saison nicht mehr mit „Mo“ Idrissou. Der Kameruner passt mit seiner Spielweise nicht ins Konzept des Trainers. Vielleicht hat dieser Trainerfuchs den Spieler bezüglich seiner Qualitäten auch endlich einmal realistisch eingeschätzt – auf hohem Niveau durchsetzen konnte sich Idrissou in seiner Karriere jedenfalls nirgendwo.

 

Nun wechselt der Kameruner für rund eine Millionen Euro in eine große Fußballstadt – nach Frankfurt. Nicht zum FSV wo einst seine Profikarriere begann, sondern zur „großen“ Eintracht. Schönheitsfehler daran: Die „große“ Eintracht spielt nicht in der Champions League. Und auch nicht in der Europa League. Nein, nichtmal in der 1. Bundesliga. „Champions League-Aspirant“ Idrissou spielt nun in der „besten 2. Liga“ aller Zeiten – zusammen mit ähnlich gestrickten Kollegen wie Karim Matmour sowie Theofanis Gekas. Für rauschende Champions League – Abende unter Flutlicht bleibt ihm weiterhin nur die Playstation.

 

Es ist das Ende eines Missverständnisses und das Ende einer wohl jahrelangen Selbstüberschätzung. In Frankfurt wird man sich freuen: Hier kommt es wohl mannschaftsintern zum Duell wer in Liga 2 am häufigsten ins Abseits läuft.  Gekas gegen Idrissou – ein spannendes Duell…

 

 

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veröffentlicht von Björn Brodermanns am 31. August
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