4-4-4: Gladbach ist im grauen Mittelfeld der Liga angekommen

Zwölf Spiele – vier Siege, vier Unentschieden und vier Niederlagen.

(Foto: imago)

Nein, Trainer Lucien Favre und Sportdirektor Max Eberl haben bei DFL und DFB keine Ausnahmeregelung erwirkt, zwei Spieler mehr aufbieten zu dürfen. Auch wenn dies in der momentanen Situation rund um den Borussia-Park gar nicht so verkehrt wäre. Viel mehr handelt es sich dabei um die Ausbeute der Mannschaft in den bisherigen Spielen.

Zwölf Spiele – vier Siege, vier Unentschieden und vier Niederlagen. Platz elf. Borussia Mönchengladbach ist endgültig in der Mittelprächtigkeit der Liga angekommen. Lucien Favre und Max Eberl hatten schon im Vorfeld der Saison von einer schwierigen Spielzeit gesprochen und die Saisonziele bewusst zurückhaltend formuliert.

Eberl sieht das Positive

„Es war nicht überraschend, dass eine Mannschaft, die sich auf Grund von Zu- und Abgängern verändert hat, erst einmal finden muss“, sagt Borussias Sportdirektor der, der aktuellen Konstellation auch viel positives abgewinnen kann: „Wir haben aktuell mehr Tore geschossen als in der vergangenen Saison.“ Damit mag Eberl richtig liegen. 15 Tore schoss die am 12. Spieltag der vergangenen Spielzeit auf Platz vier rangierende Mannschaft – heute sind es drei mehr. Den 18 geschossenen stehen allerdings auch bereits 23 Gegentreffer gegenüber. Zur vergleichbaren Zeit 2011/2012 waren es gerade einmal neun.

Neun zu 23 – die Entwicklung der Borussia ist trotz Investitionen über 30 Millionen Euro nicht so, wie man es sich wohl auch intern insgeheim gewünscht hätte. Spätestens jetzt wird deutlich, wie die Achse um Marco Reus, Dante und auch Roman Neustädter den Rest der Mannschaft in der vergangenen Saison mitgezogen hat. Gladbach musste sich seit Beginn der aktuellen Spielzeit, anders als von Max Eberl teilweise propagiert, allerdings nicht gänzlich neu erfinden. Die augenscheinlichen Mängel in der Kaderstruktur sind auch auf dem „Mist“ des Managers gewachsen.  Wer mehr als 30 Millionen Euro auf dem Transfermarkt ausgibt, sollte zumindest in der Lage sein, den sportlichen Aderlass zu kompensieren.

Warten auf den Erfolg

Nun heißt es warten am Niederrhein. Warten auf die sportliche Weiterentwicklung der Mannschaft und warten auf den nachhaltigen Erfolg. Inwieweit das gelingt, darf abgewartet werden. Im Moment schafft es die junge Truppe nicht einmal zwei Ligaspiele infolge positiv zu gestalten. Führungsspieler Martin Stranzl bringt es auf den Punkt: „Um einen kleinen Schritt nach vorne zu machen, musst du zumindest punkten. Ab und zu sind wir ja ein bisschen wie ein Ü-Ei.“

Langsam aber sicher wird es auch eine Frage des sich Verkaufens. Wie schaffe ich es als Verein, meine vielen hochveranlagten Talente trotz sportlicher Hungerzeit bei der Stange zu halten? 8,5 Millionen Neuzugang Granit Xhaka wird der erste Gradmesser sein. Der erfolgsverwöhnte Schweizer sitzt seit sieben Pflichtspielen auf der Bank. Ein gewisser Thorben Marx, der schon beinahe als ausgemustert galt, muss nun die Kohlen aus dem Feuer holen – sportliche Perspektive sieht ein wenig anders aus. Es riecht nach grauem Mittelmaß.

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veröffentlicht von Björn Brodermanns am 19. November
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