Amin Younes: Borussia-Talent am Scheideweg

Trotz starker Vorbereitung und großem Talent eiter außen vor - Amin Younes.

(Foto: Jdp-Fotos.com)

Der 01. April 2012 dürfte für Amin Younes ein ganz aufregender Tag gewesen sein. Der damals erst 18-Jährige wurde beim Gastspiel in Hannover in der 84. Spielminute ins kalte Wasser der Bundesliga geschmissen. Ein großer Moment also für den kleinen Dribbler, der rein äußerlich wie ein gerade pubertierender Teenager daherkommt. Doch tief in seinem fußballerischen Inneren schlummert etwas. Etwas ganz Großes. Auf dem Platz ausleben kann er dies derzeit jedoch nicht.

Viel Zeit ist seit jenem Bundesligadebüt vergangen. „Amin hat sich das Debüt in den letzten Wochen hart erarbeitet hat. Er hat unglaubliche Fähigkeiten im Dribbling, ist sehr beweglich und kann immer etwas machen. Es wird immer besser mit ihm“, sagte Borussia-Coach Lucien Favre damals für ihn außergewöhnlich euphorisch. Weitere Pflichtspiele für Borussias Bundesligakader kamen bislang allerdings nicht dazu. Die Gründe dazu erschließen sich auf den ersten Moment nicht zwingend, gilt der U20-Nationalspieler doch als echter Rohdiamant. Zudem absolvierte Younes eine Top-Saisonvorbereitung vor dieser Spielzeit. Lucien Favre soll sogar kurz davor gestanden haben das Spielsystem auf den Edeltechniker zuzuschneiden.

Umfeld stört die Entwicklung

Doch die Dinge haben sich geändert. Zuungunsten des Deutsch-Libanesen. Younes gilt intern als abgehoben und alles andere als bescheiden. Nicht ganz unbeteiligt daran dürfte das Umfeld des Hochbegabten sein. Neben seinen Beratern soll allen voran Younes’ Vater seinem Zögling ordentlich das Bewusstsein verdrehen.

Wie geht es nun weiter mit dem nur 1.68 Meter kleinen Dribbler? Sein Vertrag in Mönchengladbach endet im kommenden Sommer. Eine Tatsache, die der aktuellen Situation ebenfalls wenig zuträglich ist. So ist aus dem Umfeld des Bundesligisten zuhören, das man durchaus Willens ist, den auslaufenden Kontrakt zu verlängern. Vier weiter Jahre will man das in Düsseldorf geborene Eigengewächs an den Verein binden.

Vertragsgespräche liegen auf Eis

Younes und seine Beraterschaft zögern. Mehr noch. Man will den Modalitäten nur die Zustimmung geben, wenn dem 19-Jährigen bessere Perspektiven, sprich mehr Spielanteile geboten werden. Diese bekommt der U20-Nationalspieler, der in dieser Saison lediglich auf sieben Partien für die U23 in der Regionalliga West kommt, derzeit nicht. Neben sportlichen Gesichtspunkten erwartet man in Mönchengladbach ein Entgegenkommen des Spielers.

Younes bekommt Spielanteile, wenn er die Tinte unter den neuen Kontrakt setzt. Spieler, die im Borussia-Park ihre Qualität unter Beweis stellten, um dem Verein kurze Zeit später günstig oder ablösefrei den Rücken zu kehren, gab es in der Historie zu Genüge. Dem schiebt man in Gladbach nun den Riegel vor und baut Younes „behutsam“ im Unterbau auf. Das man es mit dem 19-Jährigen durchaus ernst meint bewies Lucien Favre zuletzt, als er zumindest wieder dem Kader angehörte. Eine Maßnahme um das Talent endlich zur Vertragsverlängerung zu bringen.

Zukunft ungewiss

Zuletzt machte Younes ein Bänderriss im Sprunggelenk zu schaffen. Seit Mittwoch befindet sich der Deutsch-Libanese im Aufbautraining. Hundertprozentige körperliche Fitness wird er bis zur Winterpause kaum wiedererlangen. Und so werden die Vertragsverhandlungen wohl noch eine Zeit auf Eis gelegt bleiben – bis sich eine der beiden Seiten bewegt.

Die Zukunft des Talents ist also weiter ungewiss. Borussia will ihn halten. Andere, teils namhafte Vereine scharren allerdings bereits mit den Hufen. Bei Younes’ Umfeld ist das alles andere als eine gute Verhandlungsbasis. Vieles erinnert an den ablösefreien Weggang von Yunus Malli vor rund eineinhalb Jahren nach Mainz.

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veröffentlicht von Björn Brodermanns am 14. November
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