Amin Younes ist plötzlich mehr als nur eine Geheimwaffe

Erst in der vergangenen Woche titelten wir in der HS-Woche: „Amin Younes – Favres Geheimwaffe gegen Jürgen Klopps BVB“.  Der Schweizer brachte den erst 19-jährigen Hochbegabten prompt zum ersten Mal von Beginn an. Dabei machte Younes neben dem wichtigen Ausgleichstor mehr als nur eine gute Figur.

Als Beobachter neigt man oftmals dazu einen frischen jungen Spieler wie Gladbachs Riesentalent zu hyphen und mit übertriebener Lobhudelei zu überschütten. Bei Amin Younes geschieht selbiges. Allerdings zurecht. Der U20-Nationalspieler zeigte gegen Borussia Dortmund eine ganz starke Leistung und avancierte zum herausragenden Gladbacher auf dem Rasen.

Younes bringt wichtige Tugenden zurück

Tempo, Spielwitz, Unberechenbarkeit, starke Sololäufe und ein richtig gutes Auge für den Mitspieler: Younes brachte das auf die Wiese, was dem VfL in den vergangenen Monaten so schmerzlich fehlte. Der Mittelfeldspieler hat einen starken, einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Trainer Lucien Favre wird auch in den kommenden Spielen kaum auf die Dienste des 19-Jährigen verzichten können.

Weshalb der Erfolgstrainer seinen Rohdiamanten bislang weitestgehend vor der Öffentlichkeit versteckte und stattdessen nach anderen, erfolglosen Alternativen fahndete, bleibt dessen Geheimnis. Er selbst sagte nach dem Spiel gegen den BVB: „Bei einem Nachwuchsspieler ist es wichtig, dass man ihn nicht zu früh bringt. Sonst ist er verbrannt.“ War das bisherige Versteckspiel also eine intelligente Handlung Favres?

„Haben nun eine Lösung mehr“

„Ein gutes Debüt. Er hat seine Qualitäten in Eins-zu-Eins-Situationen gezeigt und seine Emotionen im Griff gehabt“, war der Schweizer voll des Lobes für Amin Younes und ergänzte: „Wir haben nun eine Lösung mehr. Amin kann vorne alles spielen, den Ball halten, den letzten Pass spielen.“ Die Worte des Romands klingen nach einer weiteren Chance des 19-Jährigen, sein Können in der Bundesliga zeigen zu dürfen.

Der gebürtige Düsseldorfer, der seit seinem achten Lebensjahr die Fußballschuhe für die Borussia schnürt, sieht jedenfalls freudig in die Zukunft: „Ich setze mich nicht unter Druck, gehe weiter unbekümmert an die Sache ran. Das war ja schließlich erst der Anfang. Es muss jetzt weitergehen.“ Für Borussia Mönchengladbach geht es schon am kommenden Freitag mit dem Auswärtsspiel bei der Überraschungsmannschaft von Eintracht Frankfurt weiter.

„Europa? Darüber möchte ich nicht sprechen“

Dort sind die Fohlen nach nur einem Sieg aus den letzten neun Pflichtspielen schon beinahe dazu verpflichtet dreifach zu punkten, will man den Anschluss an die internationalen Plätze nicht gänzlich verlieren. Der Rückstand beträgt aktuell „nur“ vier Punkte. Eine erneute Qualifikation für Europa ist für Trainer Lucien Favre ohnehin (noch) kein Thema: „Darüber möchte ich nicht sprechen“, sagte Lucien Favre zu der Journalistenschar. „Die Vergangenheit müssen wir komplett vergessen. Wir müssen um jeden Punkt kämpfen“.

Mit der Vergangenheit meinte der Romand die abgelaufene, so erfolgreiche Saison und die damit unweigerlich verbundene Person Marco Reus. Letzteren vermisst man seit Sonntag ein Stück weit weniger. Amin Younes zuzusehen macht bereits ähnlich viel Spaß und große Hoffnung auf die nahe fußballerische Zukunft am Niederrhein.

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veröffentlicht von Björn Brodermanns am 26. Februar
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