Babak Rafati: Schiedsrichter bat Vater nach Selbstmordversuch um Verzeihung

Am Samstag schockte die Nachricht des Selbstmordversuches von Schiedsrichter Babak Rafati die Fußball-Welt. Der 41-Jährige wurde in einem Kölner Hotel mit aufgeschnittenen Pulsadern gefunden.

Seine Kollegen waren stutzig geworden, nachdem der Bankkaufmann nicht rechtzeitig erschien. Denn eigentlich sollte Rafati die Partie zwischen dem 1. FC Köln und dem FSV Mainz 05 leiten. Das Spiel musste verschoben werden, ein Nachholtermin steht noch nicht fest. Zu groß ist derzeit der Schock.

Sein Vater Djalal Rafati spricht nun mit der „Bild“ und bringt ein wenig Licht ins Dunkle. „Ich habe noch am Samstag und dann zweimal am Sonntag mit Babak telefoniert. Es geht ihm sehr gut! Seine Lebensgefährtin und ihre Mutter sind bei ihm in Köln in der Klinik“, so der Besitzer eines Übersetzungsbüros in Hannover. Er selbst konnte wegen einer OP am linken Auge nicht fahren. Auf die Frage, was Babak geantwortet habe, sagte sein Vater der Zeitung: „Als erstes hat er gesagt: Papa, ich liebe dich! Er hat sich bei mir entschuldigt, mich um Verzeihung gebeten. Ich habe ihm gesagt: Natürlich, mein Sohn. Ich bin so unendlich froh, dass es ihm wieder gut geht.“ Rafatis Vater sagte der Zeitung weiter, dass er nicht wisse, warum sein Sohn das getan habe. Er habe ihn auch nicht gefragt. Man wolle darüber sprechen, wenn er wieder zuhause in Hannover ist.

Indes spekulieren zahlreiche Medien über seine Beweggründe. Rafati sollte zum 1. Januar den Status als FIFA-Schiedsrichter verlieren. Auch in der Bundesliga wurde er in dieser Saison erst viermal eingesetzt. Waren es daher sportliche Gründe? Oder doch berufliche? Genaues weiß man derzeit nicht, alles nur Spekulationen. Sein Vater weiß nicht, ob sein Sohn Depressionen oder Burn-out hatte. „Ich weiß es wirklich nicht, aber er hat nie davon gesprochen. Er hat doch eine liebe Freundin, der Schiedsrichter-Job macht ihm Spaß. Wir werden in Ruhe sprechen, warum er das getan hat. Das Wichtigste ist, dass er gesund wird“, so Djalal Rafati weiter.

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veröffentlicht von Alexander Hirsch am 21. November
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