Matthias Sammer: „Wir befinden uns in einem Prüfungsjahr“

Bayerns Sportdirektor Matthias Sammer spricht von einem "Prüfungsjahr".

(Foto: imago)

In der vergangenen Saison schrammte der deutsche Rekordmeister gleich drei Mal an einem möglichen Titel vorbei. Auch wenn das wohl für die meisten Klubs kein Beinbruch wäre, sondern eine erfolgreiche Saison, herrschte in München lange Katerstimmung. Daher wurde nach Lösungen gesucht, einen Schritt machen zu können. Schnell fiel die Wahl auf Sportdirektor Matthias Sammer, der mit seiner Winner-Mentalität dem deutschen Rekordmeister neuen Schwung verpassen sollte.

Vier Monate ist Sammer jetzt beim FC Bayern als Sportvorstand tätig. Am heutigen Donnerstag steht die Jahreshauptversammlung an, der Ex-Nationalspieler spricht nun von einem „Prüfungsjahr“. „Ich möchte den Verein fühlen und verstehen lernen. Dafür investiere ich viel Zeit. Das ist aber alles mit meiner Familie von vornherein so besprochen“, so Bayerns Sportdirektor im Interview mit der „Abendzeitung“. „Vom Profibereich habe ich mir mittlerweile einen recht guten Überblick verschafft, auch vom Umfeld. In der nächsten Phase wird nun der Nachwuchsbereich im Mittelpunkt stehen, damit beginne ich um den Jahreswechsel herum.“

In der Liga könnte es für den deutschen Rekordmeister derzeit kaum besser laufen. Mit sieben Punkten Vorsprung hat man den Platz an der Sonne inne, und, was vielleicht noch viel wichtiger ist, der amtierende deutsche Meister Borussia Dortmund hat bereits elf Punkte Rückstand. Trotz des guten Starts ist man in München von Zufriedenheit weit entfernt: „Bis hierher können wir zufrieden sein, ganz klar. Der Erfolg gibt uns auch Selbstbewusstsein für den weiteren Weg, wir dürfen uns aber von Zufriedenheit nicht leiten lassen und auf keinen Fall nachlassen.“

‚Sehr gut‘ anstatt ‚gut‘

Zu viel lob ist nicht im Sinne Sammers. Analog zu Karl-Heinz Rummenigge sieht Bayerns Sportdirektor noch nichts erreicht, denn erst wenn die Saison erfolgreich abgeschlossen wird, kann man zufrieden sein. „Wir befinden uns in einem Prüfungsjahr, an dessen Ende Abschlusszeugnisse vergeben werden. Das letzte Jahr war mit Sicherheit ‚gut‘“, resümiert Sammer. „Aber Fakt ist: In dieser Saison können wir uns mit ‚gut‘ nicht zufrieden geben. Unser Anspruch ist ‚sehr gut‘.“

Titel sollen her – am besten gleich drei

Was Sammer damit andeuten will, ist klar: Nach zwei Jahren ohne ist es mal wieder Zeit für einen Titel. In diesem Jahr hat man das Gefühl, dass die Mannschaft vor allem in der Liga noch einmal eine Schippe draufgelegt hat. Ob das an den Neuzugängen liegt oder an dem fehlenden Druck, im eigenen Stadion das CL-Finale spielen zu müssen, ist offen. Wahrscheinlich ist es eine Mischung aus beidem.

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veröffentlicht von Alexander Hirsch am 15. November
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