Bei Borussia Mönchengladbach ist man auf dem harten Boden der Realität zurückgekehrt

Blieb gegen den VfB Stuttgart mit seinem Klub glücklos - Patrick Herrmann

(Foto: Jdp-fotos.com)

 Borussia Mönchengladbach wollte am 12. Spieltag der Fußball-Bundesliga hoch hinaus. Nach einem mehr als durchwachsenden Saisonbeginn konnten sich die Fohlen steigern und gegen den VfB Stuttgart zum Angriff auf die Europa-League-Plätze blasen. Nach zehn Punkten aus den vergangenen vier Pflichtspielen ging die Borussia gegen den Angstgegner aus dem Schwabenland allerdings leer aus.

„Ein typisches Unentschieden-Spiel“ – so lauteten die allgemeinen Einschätzungen nach den 90 teils unterhaltsamen Minuten zwischen der Elf vom Niederrhein und den von Bruno Labbadia trainierten Stuttgartern. 90 Minuten, in der die Gladbacher nicht in der Lage waren, gegen nicht gerade stark aufspielende Schwaben zu gewinnen. Die Gründe dafür sind vielfältig wie einfach und ziehen sich durch die gesamte Runde.

Probleme auf den Außenpositionen

Borussia Mönchengladbach plagt ein enormes Problem auf den Außenpositionen. Auf der linken Abwehrseite agiert seit der Verletzung von Kapitän Filip Daems (Bauchmuskelzerrung) der Schwede Oscar Wendt. Der 27-Jährige, der lange auf eine derartige Chance sich Beweisen zu können warten musste, enttäuscht aktuell eher, als das er nachhaltig auf sich aufmerksam macht. Einzig sein Offensivspiel (ein Tor und eine Torvorlage) weiß zu gefallen.

In der Defensive kann Wendt derweil nicht vollends überzeugen. In jedem seiner Spiele von Beginn an, mit Ausnahme seines Einsatzes beim AEL Limassol, führte ein direkter Fehler des Schweden zu einem Gegentor. Gegen den VfB Stuttgart konnte er Martin Harnik bei dessen 1:1-Ausgleichstreffer nicht am Kopfball hindern. Überhaupt enttäuschte Wendt gegen die Schwaben vor allem defensiv auf ganzer Linie. Der Schwede verlor unglaubliche 73 Prozent aller Zweikämpfe und konnte nicht einen Defensivzweikampf für sich entscheiden.

Noch schwieriger gestaltet sich die Situation auf der rechten Seite. In der Defensive besitzt die Borussia nur einen etatmäßigen Rechtsverteidiger – Tony Jantschke. Der 22-Jährige, der in seiner Entwicklung derzeit zu stagnieren scheint, macht indes zu wenig aus seinen Fähigkeiten. In der Defensive wackelig, nach vorne ohne gefährliche Aktionen, fand sich der U21-Nationalspieler in den vergangenen Wochen auch schon einmal auf der Ersatzbank wieder. Ersatzmann Martin Stranzl merkt man zudem an, das er sich auf der Position alles andere als wohl fühlt.

Doch auch die rechte Offensivseite der Borussia weiß aktuell keine Bäume auszureißen. Seit Lukas Rupp die Außenbahn bekleidet, läuft dort nicht mehr allzu viel. Der 21-Jährige wirkt langsam, fahrig und zeitweise völlig überfordert. Die Bundesliga scheint für den ehemaligen Karlsruher (noch) eine Nummer zu groß. Gegen den VFB zeigte Rupp seine wohl schwächste Partie im Borussia-Trikot. So gewann der gebürtige Heidelberger lediglich 30 Prozent seiner Zweikämpfe und brachte kaum mehr als jeden zweiten Ball an den Mitspieler.

Sturm nur ein laues Lüftchen

Auch in der Offensive drückt nach wie vor der Schuh: 18 Tore in zwölf Spielen – eigentlich ein durchaus akzeptabler Wert. Eigentlich. Die Wirklichkeit sieht indes ziemlich ernüchternd aus. Der Großteil der Treffer fiel nach Standardsituationen oder wurde durch Abwehrspieler erzielt. Luuk de Jong (zwei Treffer), Igor de Camargo und Mike Hanke (jeweils ein Treffer) kommen lediglich auf vier Tore. Branimir Hrgota und Peniel Mlapa gingen in der Liga bislang sogar gänzlich leer aus.

Ein derart stockendes Offensivspiel, gepaart mit den meisten Gegentoren der Liga (23)reicht aktuell „nur“ für einen Platz im tristen Mittelmaß. Hoffnung auf Besserung gibt nur die baldige Genesung von Luuk de Jong. „Wir wissen noch nicht, ob wir im Winter etwas machen werden“, sagte Sportdirektor Max Eberl kürzlich zu den Spekulationen über bevorstehende Transfers im Winter.

Die Gladbacher täten allerdings gut daran den Kader einer kritischen Prüfung zu unterziehen, möchte man sich tatsächlich weiterentwickeln. Einige Positionen sind alles andere als adäquat besetzt. Das waren sie im Übrigen auch schon in der vergangenen, so hervorragenden Saison nicht, als vieles wie von alleine zu funktionieren schien.

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veröffentlicht von Björn Brodermanns am 18. November
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