Angstgegner Bayer zu Gast: „Wir schauen nur von Spiel zu Spiel“

Am kommenden Donnerstag steigt für die Borussia aus Mönchengladbach das wohl größte Spiel seit über 26 Jahren. Lazio Rom ist im Borussia-Park zu Gast und gibt sich die Ehre im Sechszehntelfinale. Ein wahrlich mehr als attraktives Los – auch ohne den verletzen Nationalspieler Miroslav Klose. Doch vor dem großen Festspiel wartet mit Bayer 04 Leverkusen ein echter Angstgegner auf den VfL.

 

 

 

„Die volle Konzentration richten wir auf Leverkusen. Ab Sonntag können wir uns mit Lazio beschäftigen“, wiegelte Lucien Favre sämtliche Fragen ob man mit dem Kopf schon eine Woche weiter sei vehement ab. Das Spiel gegen die Werkself ist ohnehin so etwas wie ein Spitzenspiel. Die Bayer-Elf spielt bislang eine beachtenswert solide Saison. 37 Punkte ergeben aktuell den dritten Tabellenplatz mit der Aussicht in der kommenden Spielzeit in der Champions League für Furore sorgen zu können. Der jungen Mannschaft samt dem erfrischenden Trainerteam um Sami Hyypiä und Sascha Lewandowski dürfte mittelfristig sportlich eine Menge zuzutrauen sein.

Sprung auf Platz fünf möglich

Für Mönchengladbach gilt Ähnliches. Die Mannschaft von Trainer Lucien Favre hat ein riesiges Potenzial. So ganz zum Vorschein kam es bislang nicht. Immer wieder gilt es vor allem im spielerischen Bereich kleinere Rückschläge zu verkraften. Die mehr als vermeidbare Niederlage am vergangenen Spieltag gegen den 1.FC Nürnberg wollen die Fohlen nun möglichst schon gegen Bayer vergessen machen. Bei einem Sieg winkt Rang fünf – ein Platz, der am Ende zur erneuten Teilnahme am europäischen Geschäft bedeuten würde.

Allerdings hängen die Trauben gegen die Werkself traditionell hoch. Seit dem 25. Februar 1989 konnte der VfL in heimischen Gefilden nicht mehr gegen Bayer Leverkusen gewinnen. Eine lange Zeit. Zudem präsentierten sich Schürrle, Kießling und Co. trotz der Niederlage gegen Borussia Dortmund zuletzt in herausragender Form. Lucien Favre warnte deshalb bereits im Vorfeld vor den starken Rheinländern: „Bayers Mannschaft funktioniert gut, sie spielt sehr organisiert und ist nach Balleroberung sehr gefährlich bei Kontern.“ Im Grunde spielt Leverkusen einen ähnlichen Fußball wie die Elf vom Niederrhein – nur eben einen Tick reifer in der Spielanlage und eine Portion abgeklärter. Deshalb sei es aus Sicht Favres wichtig „spielerisch, läuferisch und kämpferisch alles abzurufen.“

Nordtveit wieder da

Dabei nicht mitwirken kann Tony Jantschke. Borussias Rechtsverteidiger sah am vergangenen Wochenende die 5. Gelbe Karte in der laufenden Saison. Wer für ihn auf der Außenbahn verteidigt, ließ Favre noch offen. Gut möglich aber das der von einer Grippe wiedergenesene Martin Stranzl für den U21-Nationalspieler einspringt. „Martin ist eine Option. In der Hinrunde hat es mit ihm auf dieser Position gut funktioniert“, sagte Lucien Favre im Rahmen der PK.

Beinahe sicher wieder mit von der Partie sein wird Havard Nordtveit. Der Dauerläufer und Chefstratege im defensiven Mittelfeld konnte unter der Woche wieder mit dem Team trainieren und dürfte dementsprechend wieder neben Thorben Marx auf der Doppelsechs agieren. „Howie hat gestern mit der Mannschaft trainiert. Wir müssen abwarten, wie das Knie auf die Belastung reagiert, aber ich denke, dass er spielen kann“, gab sich Favre durchaus hoffnungsvoll.

Sieg könnte zusätzliche Kräfte freimachen

Leverkusen vor der Brust und Rom im Kopf? Der Schweizer glaubt nicht dran und machte mit ordentlichem Nachdruck klar: „Wir schauen nur von Spiel zu Spiel.“ Ob seine Spieler dies ebenfalls in den Köpfen verankert haben, werden die 90 Minuten gegen Bayer 04 Leverkusen zeigen. Ein Sieg nach knapp 24 Jahren verbunden mit Platz fünf würde vor der heißen Europapokalnacht gegen Rom sicherlich noch einmal zusätzliche Kräfte freisetzen.

Voraussichtliche Aufstellung:

Borussia: ter Stegen – Wendt – Dominguez – Brouwers – Stranzl, Marx – Nordtveit – Arango – Cigerci – Herrmann – de Jong

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veröffentlicht von Björn Brodermanns am 08. Februar
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