Borussia M'gladbach: Zeit für einen denkwürdigen Europapokal-Abend

Die treuen Fans der Borussia wollen mehr von Europa - ein Sieg in Marseille ist da schon Pflicht.

(Foto: Jdp-Fotos.com)

Die älteren Fans der Borussia aus Mönchengladbach sprechen noch heute mit glänzenden Augen von rauschenden Europapokal-Nächten und den vielen glanzvollen Momenten der Vergangenheit. Deren Nachkommen kennen beinahe nur die andere Seite „ihrer“ Borussia. Die des Abstiegskampfs. Nun könnte sich alles ändern.

Siege gegen Kiew und Marseille

Auch die jungen Fans durften zuletzt ihre ersten kleinen Höhepunkte miterleben. Der 2:1-Auswärtserfolg in der Champions-League-Qualifikation bei Dynamo Kiew, der letztlich doch nicht zur Teilnahme in der Königsklasse reichte, war so einer. Der schon fast sensationell anmutende 2:0-Heimsieg gegen eine klar favorisierte Mannschaft von Olympique Marseille dürfte ebenfalls als eines der bedeutenderen Spiele in die Vereinshistorie eingehen.

Nun kann die Mannschaft von Trainer Lucien Favre dem Ganzen die Krone aufsetzen. Am Donnerstagabend steht für die Borussia das Rückspiel in Marseille auf dem Plan. Im Stade Vélodrome, dem größten Vereinsstadion Frankreichs, steigt für den VfL eine Partie mit absolutem Endspiel-Charakter. Eine Niederlage gegen den Tabellenzweiten der Ligue 1 wäre bei der aktuellen Konstellation in der Gruppe C der Europa League wohl mit dem vorzeitigen Ende der Gladbacher Europa-Reise gleichzusetzen. „Jeder kann die Tabelle lesen“, sagte Lucien Favre während der Pressekonferenz und gab gleich die Marschrichtung vor: „Wir müssen punkten, dazu müssen und wollen wir eine gute Leistung bringen, sonst wird es total schwer gegen diesen starken Gegner.

„OM“ ist in der Lage jeden Gegner an die Wand zu spielen

Ein Sieg würde die Hoffnung auf ein Weiterkommen in der „Todesgruppe“ weiter nähren. Dann dürfte wohl, ganz gleich wie Borussias Gastspiel beim Tabellenführer Fenerbahce Istanbul am 06. Dezember endet, im letzten Heimspiel gegen den AEL Limassol ein Sieg für den Einzug in die nächste Runde reichen. Doch die Trauben hängen hoch in der Stadt an der Mittelmeerküste – Olympique, das ebenfalls unbedingt gewinnen muss, um die Chancen auf ein Weiterkommen zu wahren, ist eine Mannschaft von gehobenem internationalen Format.

Einen Auftritt wie vor 14 Tagen, als die Franzosen in Mönchengladbach alles andere als gut aussahen, dürfte sich aus Borussen-Sicht (leider) nicht wiederholen. Marseille gilt als überaus spielstarke Mannschaft, die an guten Tagen beinahe jeden Gegner in Europa an die Wand zu spielen in der Lage ist. Lucien Favre und seine Mannen sind also gewarnt. Nationaltorwart Marc-André ter Stegen versprüht derweil Optimismus: „Wenn wir im Vergleich zum Freiburg-Spiel noch eine Schippe drauflegen, haben wir gute Chancen, die drei Punkte mitzunehmen.“

Heimspiel an der Côte d’Azur?

Es dürfte ein wenig mehr vonnöten sein als nur eine Schippe. Die Borussia benötigt eine großartige Leistung und einen glanzvollen Abend. Einen dieser Abende, von dem man sich noch Jahre später erzählen wird. 3000 Fans sind vom Niederrhein gen Südfrankreich gereist um jenen „live“ mitzuerleben. Es könnte ein kleines Heimspiel werden – „OM“ hat bislang lediglich 12.000 Tickets absetzen können. Es ist also alles angerichtet für einen denkwürdigen Abend. Mögen die Füße der „Helden“ mitspielen und großes vollbringen.

So könnten sie spielen:

ter Stegen – Jantschke, Stranzl, Dominguez, Wendt – Nordtveit, Marx – Rupp, Arango – Herrmann, de Camargo

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veröffentlicht von Björn Brodermanns am 08. November
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