Eintracht Frankfurt: In Stuttgart fehlte die Leichtigkeit

Da saßen sie auf dem Boden – die dunkel gekleideten und zumindest gegen den VfB Stuttgart abgestürzten Eintracht-Höhenflieger. Nach 90 Minuten ließen sich einige der Veh-Schützlinge erschöpft und enttäuscht auf dem Rasen niederfallen. Ein Umstand, der hätte vermieden werden können.

Die Überraschungsmannschaft der Liga stolpert. Sie stolpert, weil sie beim Gastspiel in Stuttgart nicht zu ihrer gewohnten Linie findet und die sonst so herausstechende Leichtigkeit im Spielaufbau vermissen lässt. Klub-Boss Heribert Bruchhagen bekannte nach dem Spiel, dass der Mannschaft „die letzte Präzision gefehlt hat“ und ergänzte: „Nicht immer war Klarheit in unserem Spiel.“ Stattdessen bot die Eintracht 90. Minuten Kampf und mitunter die glühende Leidenschaft eines Aufsteigers, der auf jeden Punkt bedacht ist.

Weder das frühe 1:0 durch Gentner (6. Minute) noch der späte Siegtreffer durch Ibisevic (85.) brachte die Mannschaft aus der Main-Metropole nachhaltig aus dem Tritt. Der VfB war zu jeder Zeit feldüberlegen – keine Frage. Doch die Veh-Schützlinge bissen sich immer wieder in die Partie und kamen dementsprechend, allen voran nach dem Treffer durch Ibisevic, zu gefährlichen Kontern.

Chancen zur Führung waren da

Doch auch vor dem goldenen Treffer der Schwaben hätte die Eintracht selbst zum „Todesstoß“ ansetzen können. „Die Chancen waren da, selbst das 2:1 zu erzielen. Wir hatten ein paar gute Konterchancen, die wir dann leider nicht zu Ende gespielt haben“, gab ein sichtlich enttäuschter Armin Veh zu Protokoll.

„Ich denke ein Unentschieden wäre gerecht gewesen“, lautete am Ende das Resümee des Erfolgstrainers. Leider wird der Fußball meist nicht im Konjunktiv entschieden. Denn hätte der Linienrichter nicht im falschen Moment mit den Augen geblinzelt, hätte die Eintracht wohl einen verdienten Auswärtspunkt eingefahren. „Für mich ist das Spiel unentschieden ausgegangen“, war Veh dementsprechend verstimmt. Alex Meier, Schütze des sehenswerten 1:1, versuchte sich während angesprochener Situation in ungewöhnlichen Mitteln: „Ich habe sofort mit ihm gewettet und gesagt: Schiri, das war kein Abseits.“ Schiedsrichter Gagelmann dürfte es mit einem süffisanten Lächeln quittiert haben, denn dem Referee wird die Situation aus seiner Sicht kaum ersichtlich gewesen sein.

Eintracht bietet großen Kampf

Was trotz einer knappen Niederlage und drei verlorenen Punkten bleibt, sind eine Menge positiver Erkenntnisse aus Sicht der Frankfurter. Die Mannschaft ist tatsächlich so stabil, wie sie scheint. Sie ist dazu in der Lage, Rückschläge wegzustecken und dem Gegner 90. Minuten lang großen Kampf zu bieten. „Wir sind nicht belohnt worden. Doch davon geht die Welt nicht unter“, sagte Veh zum Abschluss. Wahre Worte. Seine Mannschaft wird schon bald wieder mit Punkten belohnt werden. Die nächste Möglichkeit dazu besteht schon am kommenden Freitag. Dann ist Mitaufsteiger Greuther Fürth zu Gast in der Commerzbank-Arena. Bei einem Sieg winken sensationelle 22 Punkte. Eintracht Frankfurt ist also weiter auf einem ungemein erfolgreichen Kurs.

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veröffentlicht von Björn Brodermanns am 29. Oktober
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