Granit Xhaka: Gespräche mit Hitzfeld und Favre geplant

Granit Xhaka - nur mit dem Mund ganz vorne dabei

(Foto: Jdp-Fotos.com)

Er gilt als besonders ehrgeiziger junger Spieler. Als einer, dem die Zukunft gehört. Granit Xhaka scheint der geborene Leader zu sei. Sein Nati-Trainer Ottmar Hitzfeld zieht gar Vergleiche mit dem jungen Bastian Schweinsteiger, den er ebenfalls im zarten Alter von 18 Jahren bei den Münchener Bayern förderte. Seit Xhakas Wechsel vom FC Basel, wo er jene zentrale Rolle bereits innehatte, zu Borussia Mönchengladbach stockt dessen Karriere.

 

Große Worte, wenig Leistung

Zu Beginn gesetzt, findet sich der Hochbegabte seit nunmehr vier Spielen auf der harten Ersatzbank wieder. Ein denkbar unangenehmer Ist-Zustand für ihn. Doch es ist eine Situation, die er sich allen voran selbst zuzuschreiben hat. 15 Pflichtspiele hat der junge Schweizer bereits zeigen können, was er tatsächlich drauf hat. Können. Tatsächlich gezeigt hat Xhaka nur wenig. Das Spiel des Nationalspielers wirkte zumeist fahrig, behäbig und größtenteils unkonzentriert.

Auf dem Platz ein Fehlpassfestival – abseits des Rasens ein Festival der nicht geraden klugen Worte. „Mein Denken ist halt nicht das gleiche wie jenes in Gladbach“, sagte er kürzlich dem Tages-Anzeiger. Auch zum Disput mit Kollege Marc-André ter Stegen, mit dem sich Xhaka in der Halbzeitpause des Euro-League-Spiels gegen Fenerbahce Istanbul vor allem verbal in den Haaren hatte, äußerte sich der 20-Jährige: „Nicht einmal meine Eltern gehen mit mir um, wie er es getan hat“.

Erzieherische Maßnahme

Xhaka, der in den ersten drei Monaten seiner Zeit in Mönchengladbach keine Kamera und kein Mikrofon ausgelassen hat, kommt ein wenig wie ein eitler Gockel daher. „Prinzessin“ Granit täte gut daran seine Energie auf dem Platz einzubringen – wenn er denn darf. Aktuell reicht es für den Mittelfeldspieler maximal zu Kurzeinsätzen. Gegen Freiburg blieb er sogar ohne Einsatz.

Die momentane Situation macht den ehrgeizigen Schweizer nicht glücklich. Seine Rolle in Mönchengladbach dürfte er sich anders vorgestellt haben. Von rauschenden Champions-League-Abenden und großen Taten in der Liga auf die Bank – Xhaka wird nicht verstehen, das seine Degradierung zum Ersatzspieler vor allem eine erzieherische Maßnahme Lucien Favres ist.

Gespräche mit Hitzfeld und Favre geplant

Derweil setzt Xhaka weiter auf die Wirkung seiner Worte. Diesmal sollen sie ihm etwas bringen. So ist ein Gespräch mit Nationalcoach Hitzfeld, der in der Schweizer Nati nur auf Stammkräfte setzt, bereits anberaumt. Ein weiteres mit Lucien Favre soll folgen. „Ich werde ihn fragen, wie es mit meiner Zukunft aussieht. Wenn er mir sagt, es passt nicht so, mache ich mir meine Gedanken“, sagte Xhaka gegenüber dem Boulevard. Es geht um die Zukunft des Mittelfeldspielers, der in Gladbach noch einen Vertrag bis 2017 besitzt. Ob Xhaka diesen erfüllen wird bleibt abzuwarten.

Mit Lazio Rom, die den 20-Jährigen bereits im Sommer verpflichten wollten, gibt es einen Interessenten. „Das ist eine Ehre für mich. Sie wissen, was ich drauf habe. Aber ich werde jetzt sicher nicht aufgeben. Ich bin ein Teamplayer – das wissen alle in Gladbach“. Wissen sie das in Gladbach wirklich? Eine Tatsache, die mehr als bezweifelt werden darf. So sagte Führungsspieler Martin Stranzl vor einigen Wochen vielsagend: „Manche der jungen Spieler nehmen es an, manche nicht. Sie lernen es nur auf die harte, schmerzhafte Art.“ Gemeint war die fehlende Selbsteinschätzung und die fehlende Bereitschaft einiger Spieler – allen voran die des „Leaders“ Granit Xhaka – gut gemeinte Ratschläge anzunehmen.

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veröffentlicht von Björn Brodermanns am 05. November
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