Warten auf den Durchbruch: Hat Borussia „geen geluk“ mit Luuk?

Rund 12 Millionen Euro ließ sich Borussia Mönchengladbach vor der Saison die Dienste von Luuk de Jong kosten. Halb Europa war hinter dem 22-Jährigen Stürmer aus den Niederlanden her – darunter gleich mehrere Top-Klubs. Am Ende machte Sportdirektor Max Eberl das Rennen und lockte nach vielen Jahren wieder einen richtigen „Transferkracher“ an den Niederrhein.

 

 

 

Soweit die graue Theorie. Die Wirklichkeit sieht ein wenig anders aus. Vier Tore und drei Assists in 16 Pflichtspielen zeugen maximal von einem tief im Inneren schlummernden Talent. Der erhoffte Knipser oder gar Fixpunkt im Spiel der Borussia ist Luuk de Jong (noch) nicht. Ob er diese Hoffnungen jemals erfüllen wird? Beobachtet mach den 22-Jährigen spricht ebenso viel dafür wie dagegen.

Fehlende Schnelligkeit

De Jong fehlt zweifellos die nötige Geschwindigkeit bei der Ballmitnahme. Das von Favre geforderte überfallartige Offensivspiel ist mit dem Niederländer schlichtweg nicht möglich. Neben der erwähnten Schnelligkeit lässt zudem auch dessen Technik bei der Ballannahme zu wünschen übrig.

Dennoch blitzt da immer wieder das Besondere auf. Etwas das Max Eberl seit Jahren in de Jong gesehen und ihn für Twente Enschede so wichtig gemacht hat. Die beiden blitzgescheiten Zuspiele auf Patrick Herrmann, die gegen Düsseldorf sowie Nürnberg auf direktem Weg zu Toren führten, waren ganz stark herausgespielt. Luuk de Jong kann also sehr wichtig für das Team sein – wenn man ihn ins eigene Spiel integriert.

Flanken sind Mangelware

Und genau das ist (noch) nicht wirklich geschehen. De Jong ist auch nach dem 20. Spieltag oftmals noch immer die „ärmste Sau“ im Fohlenstall. Gefährliche Zuspiele finden beinahe nicht statt. Stattdessen fungiert der 22-Jährige mittlerweile zum gefährlichen Zuarbeiter. Vorwerfen kann man dem niederländischen Nationalspieler nichts. De Jong kämpft, geht lange Wege – oftmals zu lange – und steckt dabei nie auf. Einzig an der Chancenverwertung sollte der noch gehemmte Goalgetter arbeiten. Dann klappt es bald auch mit dem Platzen des berühmten Knoten.

Der in den Beinen wird jedoch bleiben. Wer Luuk de Jong sieht, der weiß: Mit den (X)-Beinen wirst du kein zweiter Marco Reus und erst recht kein Usain Bolt. Das hätte auch Max Eberl vor der laufenden Spielzeit auffallen können, wenn nicht gar müssen. So gilt es das eigene Spiel langsam aber sicher mehr auf die Bedürfnisse des Niederländers auszurichten – ansonsten wird man mit Luuk auch weiterhin kein Glück haben im Borussia-Park. Es wäre schade. Denn einen Stürmer mit seinen Qualitäten hatte man zuletzt Mitte der Neunziger in den eigenen Reihen.

Der letzte seiner Art schoss den VfL einst in höhere Sphären und zum Gewinn des DFB-Pokals. Herrlich(e) Zeiten. Damals waren am Niederrhein allerdings auch gefährliche Flanken noch schwer in Mode. Von denen träumt de Jong. Von denen und vom erfüllten Glück bei der Borussia. Beides ist unweigerlich voneinander abhängig.

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veröffentlicht von Björn Brodermanns am 05. Februar
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