Hinten anstellen oder gehen – Igor de Camargo vor ungewisser Zukunft

Igor de Camargo scheint bei seinem Trainer Lucien Favre nur Stürmer Nummer drei zu sein...

(Foto: Imago)

Borussias belgischer Stürmer mit brasilianischen Wurzeln ist ein überaus sympathischer Zeitgenosse. Ein netter Kerl neben und ein Schlitzohr auf dem Platz. Regelmäßig unter Beweis stellen konnte er jene Schlitzohrigkeit allerdings nicht. Warfen ihn einst immer wieder Verletzungen aus der Bahn wird dem 29-Jährigen nun die starke Konkurrenz in Gladbachs Offensive zum Verhängnis.

„Unsere Stürmer sind sich zu ähnlich“, analysierte Cheftrainer Lucien Favre bereits in der Frühphase der aktuellen Saison. Unsere Stürmer – damit meinte der Schweizer Luuk de Jong, Mike Hanke und eben Igor de Camargo. In der Tat sind sich alle drei in ihrer Art und Weise des Fußballspielens durchaus sehr ähnlich. Als Stoßstürmer im klassischen Sinne könnte man Borussias Speerspitzen beinahe bezeichnen.

Drei sind einer zu viel

Drei Offensivspieler der gleichen Sorte ist im System Favres einer zu viel. Gesucht wird vielmehr der emsige, schnelle und variantenreiche Schattenmann für den nominalen „Stoßstürmer“ Nummer eins – Luuk de Jong. Während hier die Hoffnungen aller Verantwortlichen auf Patrick Herrmann ruhen, scheint der vielseitigere Mike Hanke als erster de Jong-Ersatz zurzeit die Nase vorn zu haben.

Bekam Igor de Camargo in der Hinrunde noch beinahe die selben Einsatzzeiten zugesprochen wie der ehemalige deutsche Nationalstürmer, sprechen die jüngsten Entwicklungen in der Vorbereitung auf die Rückrunde eine klare Sprache. Trotz körperlicher Fitness kam der Belgier in den Testspielen weder gegen den Hamburger SV (2:2) noch gegen Eintracht Frankfurt (3:2) zum Einsatz.

Nur sieben Einsätze von Beginn an

Ist Igor de Camargo in Mönchengladbach also ohne Perspektive? Schon im Dezember schloss der Stürmer einen möglichen Wechsel und eine Rückkehr nach Belgien gegenüber dortigen Medien nicht aus. „Es gibt keine Angebote anderer Vereine“, ließ der Nationalspieler allerdings in den vergangenen Tagen während des Trainingslagers in Dubai verlauten und betonte: „Ich habe bei Borussia einen Vertrag bis 2014 und den möchte ich erfüllen.“

Wer mag es ihm verdenken? In Belgien dürfte der Euro nicht ganz so locker sitzen wie am Niederrhein. De Camargo gilt als einer der Top-Verdiener im Kader von Borussia Mönchengladbach. Ob der 29-Jährige so allerdings sein großes Ziel – die WM 2014 in seinem Geburtsland Brasilien – erreichen wird, ist mehr als fraglich. Trotz der Verletzung Luuk de Jongs brachte es der Belgier in der abgelaufenen Hinrunde auf lediglich sieben Einsätze von Beginn an (zwei Tore).

Bei Mainz 05 schon länger auf der Agenda?

Igor de Camargo ist also durchaus als Verlierer der Wintervorbereitung zu bezeichnen. Seine Zukunft in Gladbach dürfte unsicherer sein denn je. Nicht zuletzt, da der Vertrag mit Kontrahent Mike Hanke wohl in den kommenden Tagen verlängert werden wird. Für den Belgier stellt sich nun also die Gretchenfrage: Hinten anstellen oder gehen?

Vielleicht können ihm bei der Antwortfindung ja die Herren Eberl und Heidel behilflich sein. Letzterer ist seines Zeichens Manager bei Mainz 05 und intern bereits mit der Suche nach einem Nachfolger für den möglicherweise abwanderungswilligen Adam Szalai betraut. Igor de Camargo soll Informationen zufolge nicht nur deshalb seit geraumer Zeit auf der Agenda der Rheinhessen stehen.

PS: Kennst du schon unseren kostenlosen Newsletter? »Hier« kannst du unseren kostenlosen Newsletter abonnieren.

veröffentlicht von Björn Brodermanns am 12. Januar
Diesen Artikel empfehlen:
 
Kommentieren via Facebook neu