Investition in die Zukunft: Amin Younes bleibt bei der Borussia

Seit Monaten stellte sich die bange Frage: Bleibt er oder geht er zum Nulltarif. Letzteres kam ein wenig wie ein Horrorszenario daher. Amin Younes ist unbestritten ein großes Talent. Ein Spieler der von seinen Anlagen her, nach einem gewissen Reifungsprozess, in der Lage sein wird ein Spiel mit nur einer brillanten Aktion zu entscheiden.  Dass der 19-Jährige der Borussia nun bis 2016 erhalten bleibt, ist daher eine mehr als gutes Zeichen für die Zukunft.

 

 

 

Dabei ist Younes für viele ein kaum fassbares Phänomen. Der Junge wird mit Lob überhäuft, während er zeitgleich von allen Seiten nur so mit Vorschusslorbeeren bedacht wird. Wirklich spielen sehen hat ihn kaum einer. Doch wer ihn im Training beobachtet, der sieht oftmals dieses Besondere aufblitzen. Dieses technisch hervorragende und schlitzohrige Spiel, das man seit dem Abgang von Marco Reus so schmerzhaft vermisst.

Duftmarke in Istanbul gesetzt

Ein Beweis seiner Qualität erfolgte schließlich, wenn auch nur kurz, im Europa-League-Spiel bei Fenerbahce Istanbul. Kurz nach seiner Einwechslung wusste Younes zu brillieren, als er mit dem Ball am Fuß gleich vier Gegner auf sich zog und mit einem feinen Dribbling die komplette Abwehrreihe der Türken auseinandernahm um den Ball schließlich gekonnt auf Luuk de Jong zurückzuspielen.

Dass dem jungen Offensivspieler seitdem keine weiteren Einsatzminuten zuteilwurden, erschließt sich nicht jedem Beobachter. Die einen sprechen von einer fehlenden Reife des 19-Jährigen, der es vor allem im Training gerne mal schleifen und den „Jungstar“ raushängen lässt. Andere mutmaßen, das es Lucien Favre und Sportdirektor Max Eberl im Hinblick auf einen möglichen ablösefreien Transfer im Sommer vermeiden wollten, dem Hochbegabten einen Platz im Schaufenster Bundesliga zu ermöglichen. Die Wahrheit liegt wohl irgendwo in der Mitte.

Favre ein Zauderer

Ohnehin wird Trainer Lucien Favre ein großer Faktor dafür sein, weshalb Younes bislang nicht wie gewünscht zum Zuge kam. Der Schweizer ist zwar dafür bekannt sehr gut mit jungen Talenten arbeiten und die maximale Entwicklung aus ihnen herauskitzeln zu können. Doch ist er ebenso ein Zauderer vor dem Herrn. Favre ändert weder gerne sein Spielsystem noch das mannschaftliche Gefüge auf dem Platz. Für Experimente ist der akribische Trainer nur selten zu haben.

Doch dies könnte sich zumindest im Fall Younes nun ändern. Nach dessen Vertragsverlängerung ist es an Favre, diesen unbestrittenen Rohdiamanten zu schleifen. Fügt sich der als nicht ganz einfach geltende Hochbegabte den Anweisungen seines Trainers, könnte mit ihm ein neuer Stern im Borussia-Park aufgehen. Das Handwerkszeug für eine große Karriere bringt Younes jedenfalls mit. Nun gilt es diese zu forcieren. Für die Zukunft der Borussia ist die Vertragsverlängerung des 19-Jährigen jedenfalls schon heute eine lohnende Investition in die Zukunft

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veröffentlicht von Björn Brodermanns am 01. Februar
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