BVB und Lazio vor der Brust: Ist die Zeit für Amin Younes gekommen?

Luuk de Jong und Mike Hanke haben eines gemeinsam: Beide sind beinahe klassische Stoßstürmer und von schnellen sowie kreativen Zuspielen ihrer Mitspieler abhängig. Bis dato Borussias Schwachstelle. Denn dem Spiel der Mannschaft von Trainer Lucien Favre fehlt jene Geschwindigkeit und Kreativität an allen Ecken und Enden.

Patrick Herrmann versucht sich seit einigen Wochen mal mehr und mal weniger erfolgreich als spiel- und gedankenschneller Initiator in vorderster Front. So ganz der Typ „unberechenbarer Ideengeber“ ist der gebürtige Saarländer allerdings nicht. Vieles was Herrmann, de Jong und Co. in Sachen Offensivbemühungen fabrizieren blieb bislang meist Stückwerk.

Gelbsperre die Chance für Younes?

Dies könnte sich nun ausgerechnet aufgrund einer Gelbsperre des 22-Jährigen im Heimspiel gegen Borussia Dortmund ändern. Für ihn wird wohl der schon beim Hamburger SV eingewechselte Rohdiamant Amin Younes hinter Luuk de Jong für Furore sorgen. Der U20-Nationalspieler bringt genau das mit, was Borussia Mönchengladbach seit dem Weggang von Marco Reus so sehr fehlt. Younes ist schnell, wendig, trickreich, frech und kreativ zugleich. Weshalb der 19-Jährige bislang nicht so recht zum Zug kam, dürfe neben dem favre´schen Welpenschutz an der sich ziehenden Vertragsverlängerung – der Mittefeldspieler verlängerte seines auslaufenden Vertrag kürzlich bis 2016 – gelegen haben.

„Er ist gut, aber er braucht wie viele junge Spieler Zeit. Roman Neustädter ist hier auch erst spät zum Stammspieler geworden. Man muss Geduld haben“, sagt Favre über sein Juwel. Den Welpenschutz dürfte er also noch immer innehaben. Dennoch scheint der Romand gewillt zu sein das Talent ins kalte Wasser zu schmeißen. Eine logische Konsequenz aus Younes‘ Auftritten bei Fenerbahce Istanbul und gegen den HSV. Am vergangenen Wochenende war der 19-Jährige der einzige Borusse, der mit seinen unbeschwerten Tempodribblings eine wirkliche Gefahr für Rafael van der Vaart und Co. darstellte.

„Amin ist eine Waffe“

Seine Dribblings werden gegen den starken BVB gefragter sein denn je. „Amin ist eine Waffe. Er ist mal ein anderer Spielertyp, der kann auch mal eins gegen eins gehen“, weiß Sportdirektor Max Eberl um die Möglichkeiten die Younes der Mannschaft verleihen kann.  Doch auch gegen Lazio Rom könnte der U20-Nationalspieler bereits in den Fokus rücken. Egal wie das Spiel verlaufen wird: Die Borussia ist in der „Ewigen Stadt“ dazu gezwungen, mindestens ein Tor zu erzielen. Sollten die Römer zum alten „Catenaccio“ verfallen und das Ergebnis verwalten wollen, wäre Younes wohl Favres einzige Möglichkeit für ordentlichen „Dampf“ nach vorne zu sorgen.

Wie auch immer: Amin Younes ist zweifellos Borussias Offensivversprechen für die Zukunft. An ihn wird Lucien Favre nicht mehr lange vorbeikommen – sofern er das Spiel seiner Mannschaft weiter in die Offensive verlagern und weniger abhängig von Juan Arangos Standardqualitäten sein will. Vielleicht zeigt der 19-Jährige ja spätestens gegen den BVB, was wirklich in ihm steckt und das er von den fußballerischen Anlagen her noch am ehesten der Mann für die Reus-Nachfolge im scheinbar wie in Stein gemeißeltem Spielsystem Favres ist.

Reus kehrt zurück an alte Wirkungsstätte

Apropos Reus: Der Fußballer des Jahres kehrt zum ersten Mal nach seinem Weggang ins alte „Wohnzimmer“ Borussia-Park zurück. Der 23-Jährige dürfte dabei herzlich begrüßt werden. Bleibt zu hoffen das ihm keine Gastgeschenke in Form von Toren zuteilwerden, denn der Nationalspieler ist aktuell in Weltklasseform. Erst am vergangenen Wochenende schnürte er beim 3:0-Sieg gegen Eintracht Frankfurt einen Dreierpack.

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veröffentlicht von Björn Brodermanns am 19. Februar
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