Mit Variantenreichtum und Luuk de Jong zum Auswärtssieg in Hoffenheim

Im Hinspiel traf Luuk de Jong nicht ins Schwarze. Nun will er Tim Wiese keine Chance lassen.

(Foto: Imago)

Wer Lucien Favre dieser Tage über den Weg läuft, merkt schnell das er außergewöhnlich locker und ausgeglichen daherkommt. Keine Spur von der Verbissenheit, die ihn in großen Teilen der Hinrunde umgab. Der Schweizer ist zufrieden und voller Tatendrang.

„Unsere Vorbereitung war sehr gut, jetzt sind wir froh, dass es wieder losgeht“, sagte Favre im Rahmen der PK vor dem Rückrundenauftakt bei der TSG 1899 aus Hoffenheim. Ausschließlich positive Worte nimmt der Romand nur höchstselten in den Mund. Doch Favre wäre nicht Favre, wenn er nicht gleichzeitig den mahnenden Zeigefinger heben würde: „Wir kennen die Situation der Hoffenheimer. Vor zwei Jahren waren wir in einer ähnlichen. Sie sind Tabellen-16., für mich haben sie aber ein sehr interessantes Potenzial, gerade offensiv sind sie sehr gefährlich.“

Spiel wird kein Selbstläufer

Nein, ein Selbstläufer wird das Spiel im Kraichgau mit ziemlicher Sicherheit nicht. Die Mannen von Neu-Coach Marco Kurz sind bereits angenockt – der Existenzkampf sollte nun dringend angenommen werden. Das Mannschaften mit frischen Trainern zudem extrem schwierig zu bespielen sind ist ohnehin ein ungeschriebenes Gesetz im Fußballgeschäft. Der ehemalige Fußballlehrer des 1. FC Kaiserslautern wird in der Winterpause an den richtigen Stellschrauben gedreht haben. Erste sichtbare Konsequenz: Der 43-Jährige entzog dem zu Saisonbeginn hochgelobten Neuzugang Tim Wiese in den vergangenen Tagen den Status des Spielführers. Die Binde tragen werden nun Andreas Beck und Sejad Salihovic als gleichberechtigte „Anführer“. Wiese wurde indes zur klaren Nummer eins für die Rückrunde erklärt.

Doch auch die Borussia wird sich in der Rhein-Neckar-Arena im Vergleich zur Hinrunde leicht verändert zeigen. In der Vorbereitung legte Trainer Lucien Favre den Fokus auf die spielerischen Elemente, die Spielgeschwindigkeit und einer erhöhten Flexibilität auf dem Platz. Aus dem beinahe in Stein gemeißelten 4-4-2 wurde ein für den Gegner nur schwer auszurechnendes 4-3-3, das je nach Spielsituation blitzschnell zu einem variantenreichen 4-1-4-1-System verschoben werden kann.

Favre´sche Gedankenspiele

Wie die Gladbacher im Kraichgau auftreten werden, gleicht demnach vor allem für den Gegner einer kleinen Wundertüte. „Wir haben in der Vorbereitung verschiedene Systeme probiert und beherrschen mehrere. In Hoffenheim werden wir aber wohl wieder im 4-4-2 spiele“, gab Favre vor dem Spiel allerdings bereits erste Gedankenspiele Preis.

Ob 4-4-2, 4-3-3 oder 4-1-4-1: Entscheidend dürften gegen die TSG grundlegende Tugenden sein. Hohe Laufbereitschaft, ein schnelles und sauberes Spiel in die Spitze sowie eine konzentrierte Defensivleistung. Die Fohlen täten gut daran die mit Sicherheit hoch motivierte Mannschaft von Marco Kurz vor heimischer Kulisse nicht ins Spiel kommen zu lassen . Die Trauben gegen den Tabellensechszehnten hingen für den VfL in der Vergangenheit bekanntlich hoch – für den ersten Auswärtsdreier im Kraichgau werden die Borussen schon alles in die Waagschale werfen müssen.

Luuk de Jong wieder an Bord

Wer dabei auf dem grünen Rasen mithelfen wird, ist laut Favre noch nicht sicher: „Ich habe natürlich meine Ideen im Kopf, aber zwei Positionen sind noch nicht sicher.“ Mit dabei sein wird definitiv Luuk de Jong. Der Niederländer soll nach überstandener Verletzung den nächsten Schritt machen und endlich zünden. Ihm zur Seite stehen wird Patrick Herrmann, sofern der Youngster, der aufgrund von Knieproblemen zwei Tage lang nicht trainieren konnte, auflaufen kann. Eine interessante Kombination, die vor allem eines verspricht: Mehr Geschwindigkeit, mehr Gefahr und variable Möglichkeiten.

Favre und seine Schützlinge haben ihre Hausaufgaben gemacht. Ein positiver Rückrundenauftakt wäre enorm wichtig, will man, wie von den Spielern geäußert, in den kommenden Wochen die europäischen Plätze ins Visier nehmen.

So könnten sie spielen:

TSG 1899 Hoffenheim: Wiese, Johnson – Westergaard – Delpierre – Beck, Sahilovic – Weis – Usami – Volland – Firminho – Derdiyok

Borussia Mönchengladbach: ter Stegen, Wendt –Dominguez – Stranzl – Jantschke, Marx – Nordtveit – Arango – Cigerci, Herrmann – de Jong

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veröffentlicht von Björn Brodermanns am 18. Januar
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