Patrick Herrmann und Luuk de Jong sollen für Angriffswirbel sorgen

Sollen das Offensivspiel der Borussia zum Erfolg bringen - Patrick Herrmann und Luuk de Jong.

(Foto: Imago)

Borussia Mönchengladbach legte mit 25 Punkten und Platz acht eine solide Hinrunde hin. Will man den Kontakt zu den oberen Plätzen halten muss das Offensivspiel der Fohlen jedoch dringend belebt werden. Hier drückt seit August der Schuh. Lucien Favre nimmt deshalb kleine Änderungen vor.

Wäre die Mannschaft von Borussia Mönchengladbach nicht zeitweilig derart kaltschnäuzig vor dem Tor gewesen, man müsste sie wohl etwas weiter unten in der Tabelle suchen. Trainer Lucien Favre bemängelte bereits zu Beginn der Spielzeit die wenigen Alternativen in der Offensive. „Unsere Stürmer sind sich zu ähnlich“, sagte er damals zur Verwunderung seines Sportdirektors Max Eberl. Dieser hatte seinem Trainer mit Luuk de Jong immerhin eine 12-Millionen-Topverpflichtung an den Niederrhein gelotst.

De Jong ohne Anbindung

Spürbar etwas gebracht hat die Investition allerdings (noch) nicht. Die Gründe dafür sind vielfältig. Der wohl gravierendste Grund ist die fehlende Schnelligkeit im Spiel der Elf vom Niederrhein. Juan Arango und Co. zeigten in den vergangenen Monaten immer wieder Probleme im Umschaltspiel. Zu langsam, zu behäbig und mit viel zu vielen Fehlpässen behaftet – das Spiel der Borussia erstickte meist im Keim.

Leitragender Nummer eins: Luuk de Jong. Der junge Stürmer war bis zu seiner Verletzung im Spiel gegen Olympique Marseille meist die „ärmste Sau im Fohlenstall“. Kaum geeignete Zuspiele in die Spitze und nur wenige brauchbare Flanken machten aus dem niederländischen Nationalspieler ein nur selten gesehenes Phantom.

Kleine Systemänderung bei der Borussia 

Das soll sich nun ändern. Lucien Favre hat die Winterpause sowie das Trainingslager in Dubai dazu genutzt, das Spielsystem der Borussia marginal zu verändern. Aus Gladbachs „abwartenden“ 4-4-2 wird ein vermeintliches 4-3-3. Kein klassisches, wie es gerne in den Niederlanden praktiziert wird. Eher ein modernes, vor allem auf ein 4-1-4-1 variables 4-3-3-Konstrukt.

Der Vorteil: Das Spiel verlagert sich auch im Spiel „gegen den Ball“ weiter in die gegnerische Hälfte und nimmt vor allem über Außen mehr Geschwindigkeit auf. Das oftmals statische Spiel mit wenigem Ballbesitz aus der Hinrunde dürfte damit Geschichte sein und Luuk de Jong so zu mehr Spielanteilen vor dem Tor kommen. Mit quirligem Leben füllen soll dieses „neue“ System Youngster Patrick Herrmann.

Herrmanns Schlüsselrolle

Auf ihn wird die wohl wichtigste Rolle im Offensivspiel der Borussia zukommen. Ballverteiler, Überraschungsmoment, Turbo und Schattenspieler für Luuk de Jong – Herrmann ist in der Pflicht das Spiel von Borussia Mönchengladbach schnell und variabel zu gestalten. Sollte ihm das gelingen, dürfte beim niederländischen Stürmer endlich der Knoten gänzlich platzen. Im Testspiel gegen Eintracht Frankfurt (3:2) im Rahmen des Trainingslagers zeigte die neue Ausrichtung des VfL bereits erste vielversprechende Früchte. Der Ball zirkulierte zeitweilig schnell und sicher durch die eigenen Reihen, um dann blitzartig den Weg vor das gegnerische Tor zu finden.

Vor allem Luuk de Jong machte mit einem Tor, einem Assist, einem herausgeholten Elfmeter sowie vielen guten Aktionen auf sich aufmerksam. Wie ausgereift die marginale Systemumstellung ist, wird sich bereits am kommenden Samstag zeigen. Dann beginnt für Lucien Favre und seine Schützlinge bei der TSG Hoffenheim die Rückrunde und die Jagd auf einen Platz im europäischen Wettbewerb. Ihre Hausaufgaben dazu haben die Fohlen schon mal erfolgreich gemacht. Nun gilt es den nächsten Schritt zu gehen.

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veröffentlicht von Björn Brodermanns am 14. Januar
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