Schalke 04 und die Stammplatz-Frage: Julian Draxler oder Ibrahim Afellay?

Julian Draxler jubelt über sein Treffer zum 2:1 gegen Werder Bremen.

(Foto: imago)

Julian Draxler. 19 Jahre jung, gerade sein Abitur bestanden, dazu Nationalmannschaft und einen Stammplatzkampf mit Welt-Star Ibrahim Afellay, der bereits bei Barcelona spielte. Es gibt wahrlich unschönere Jugend-Zeiten als die des flinken offensiven Mittelfeldmannes.

Am Samstag blitzte seine Klasse erneut auf. Der in der ersten Hälfte komplett blass gebliebene Ibrahim Afellay wurde nach der Pause für Julian Draxler ausgewechselt. Was danach folgte, war offensiver Fußball vom Feinsten mit viel Zug zum Tor. So reichten dem Team von Trainer Huub Stevens gerade einmal zehn Minuten, um die komplette Partie zu drehen.

In der 59. Spielminute war es Roman Neustädter, der zunächst nach Freistoß von Christian Fuchs per Kopf den 1:1-Ausgleich markierte. In der 69. Minute folgte schließlich die große Show des Julian Draxler. Bei einem Konter hatte Jermaine Jones den Ball in den Rücken des mitgelaufenen offensiven Mittelfeldmannes gespielt. Doch dieser ließ sich von diesem ungenauen Zuspiel keinesfalls beirren, nahm den Ball gekonnt mit und schloss diesen am Ende blitzsauberen Konter mit einem platzierten Schuss in die lange Ecke ab, bei dem der Bremer Schlussmann Sebastian Mielitz nicht den Hauch einer Abwehrchance hatte.

Stevens begeistert: „Julian ist wieder nah dran. Bereits vor dem Bremen-Spiel war’s eng, aber wir wollten neben der nötigen Abwehr-Änderung nicht noch im Mittelfeld umstellen. Als er dann reinkam, hat er eine gute Antwort gegeben.“

Auffallend jedoch: Nach seinem Tor jubelte der 19-Jährige nicht mit Huub Stevens, sondern mit Co-Trainer Markus Gisdol. Stevens Begründung: „Julians Frust auf der Bank erwarte ich von einem ehrgeizigen Profi. Wer da nicht enttäuscht ist, hat auf Schalke nichts zu suchen.“

Das nächste Spiel steht für die Knappen am Samstag, um 18:30 Uhr, bei Bayer 04 Leverkusen an. Ein richtungsweisendes Spiel angesichts der Tatsache, dass Leverkusen bei einem Sieg bis auf zwei Punkte zum Ruhrgebietsclub aufschließen könnte. Ob bei der Werkself Julian Draxler von Anfang an auflaufen wird, wollte der Schalker Trainer nicht verraten: „Jeder hat seine Chance. Warten wir den Länderspiel-Mittwoch ab.“. Sollte Julian Draxler dort ebenfalls eine gute Leistung zeigen, wird ihm der Stammplatz wohl kaum mehr zu nehmen sein.

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veröffentlicht von Jan Böken am 17. November
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